Also... ich hätte da gleich mehrere Fragen, allerdings mehr zum Buch über Theophilus Band II.
Ich interessiere mich sehr für alte Schmucktechniken und so ist der Presbyter ja quasi DAS Buch für mich neben den wenigen anderen Quellen, die es für historische Techniken gibt.
Was mich total wurmt ist die Goldschmiedesäge.... nirgends ein Beleg dafür, aber es gibt so feine Blecharbeiten von der Antike an, die mich zweifeln lassen, das die nur irgendwie ausgestanzt oder ähn. sind.
Gibts es irgendwelche Anhaltspunkte dafür, dass es so feine Sägeblätter oder Ersatzmittel gab, die das Ausarbeiten feiner Verzierungen möglich gemacht haben? Wenn ich z.B. ins Röm-Germ. Köln gehe und dort Fibeln sehe die feine Durchdruchsarbeiten haben, dann ist es mir ein Rätsel wie das gemacht wurde...weil ich mir vorstelle, dass "Ausstanzen" das dünne Blech zu stark verformen würde.
Dann gibts es im Presbyter einen kleinen Verweis auf Treibkitt, aber es gibt keine Fund für eine Kittkugel, jedenfalls ist mir leider keiner bekannt. Es mutet sehr wahrscheinlich, dass es trotzdem welche gegeben hat, da sie einfach praktisch ist...
Wie steht es mit der Belegbarkeit dieser Hilfe?
Dann habe ich mit einem Bekannten die Diskussion gehabt über das Schlefen emaillierter Stücke.
Der Presbyter gibt die Anleitung des Schleifens und Polierens, aber soweit ich mich erinnere nicht zur Glanzbrennung.
Wir haben also die Frage, ob das Glanzbrennen etwas modernes ist, oder ob beide Sachen nebeneinander existierten.
Ein tolles Buch, Farbiges Gold beinhaltet Nahaufnahmen der Emailstücke aus der Domschatzkammer Essen, die den Schluss naheliegen das wohl nicht nachgebannt wurde, aber viele Stücke der Antike und des Mittelalters sind ja Bodenfunde, die Korrosion aufweisen und deren Oberläche leider nichts mehr aussagt.
Also ich könnte noch viel mehr fragen....
vielleicht eine Sache noch...
wie wahrscheinlich ist eine Oberflächenfärbung von Tauschierungen? Es ist immer wieder eine Diskussion zwischen den Vertretern "alles blank" und "natürlich haben die das gebläut".
Kann man da irgendetwas zu sagen? Leider sind ja alle tauschierten Bodenfunde sekundär duch das Erdreich oxidiert und haben ein Bild von gefärbten Tauschierungen mitgeprägt. Ich persönlich finde ja, je nachdem wo, beides schick, aber Geschmack ist ja kein Beweis...
