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 Betreff des Beitrags: sog. Weißmetallüberzug?!?
BeitragVerfasst: 07.09.2010, 21:01 
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Goldfeilung
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In der archäologie taucht immer wieder der begriff "Weißmetallüberzug" auf. Damit ist ein, meist silberfarbener überzug auf bronzenen Fibeln oder ähnlichen (eher durchschnittlichen) schmuckgegenständen gemeint!

bei der beurteilung einer röm. armbrustfibel kam heute die frage auf, was ist das überhaupt für ein metallischer überzug?

Silber, Zinn?

die oberfläche des stückes ist silbrig weiß, lediglich an den abgenutzten kanten und flächen kommt die moosgrüne patina der bronze (oder besser der kupferlegierung) durch. dachte bisher, das es sich um eine verzinnung der oberfläche handelt, bei der restaurierung zeigte sich jedoch eine erstaunlich härte und abriebfestigkeit des überzuges. spricht ja eigentlich gegen zinn!

ich vermute das sich dieser begriff (wie so viele) bei den wissenschftlichen bearbeitern festgesetzt hat, das er einfach immer wieder übernommen wird, ohne das eigentlich einer weiß, was das für ein metall ist! (klar sonst würde man ja auch ´versilbert´oder `verzinnt´schreiben)

hat da jemand mal ne analyse oder ähnliches in die finger bekommen?

lg
rolf


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 07.09.2010, 21:01 


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 Betreff des Beitrags: Re: sog. Weißmetallüberzug?!?
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 05:18 
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Goldschmiedemeister
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Wenn Du einen kleinen Tropfen Silberreagenz (gibt es zu kaufen als Silbertest) auf die Oberfläche gibst und sie färbt sich intensiv rot, weist Du das es Silber ist . Sonst nicht.

_________________
von: Heinrich Butschal
--
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 Betreff des Beitrags: Re: sog. Weißmetallüberzug?!?
BeitragVerfasst: 09.09.2010, 15:45 
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Goldfeilung
Goldfeilung
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Registriert: 17.06.2010, 17:14
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ok, das ist einfach!

probier ich!

lg
rolf


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 Betreff des Beitrags: Re: sog. Weißmetallüberzug?!?
BeitragVerfasst: 04.12.2010, 10:01 
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Aushilfe
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Registriert: 01.12.2010, 20:37
Beiträge: 13
rolf bulka hat geschrieben:
In der archäologie taucht immer wieder der begriff "Weißmetallüberzug" auf. Damit ist ein, meist silberfarbener überzug auf bronzenen Fibeln oder ähnlichen (eher durchschnittlichen) schmuckgegenständen gemeint!

bei der beurteilung einer röm. armbrustfibel kam heute die frage auf, was ist das überhaupt für ein metallischer überzug?

Silber, Zinn?

die oberfläche des stückes ist silbrig weiß, lediglich an den abgenutzten kanten und flächen kommt die moosgrüne patina der bronze (oder besser der kupferlegierung) durch. dachte bisher, das es sich um eine verzinnung der oberfläche handelt, bei der restaurierung zeigte sich jedoch eine erstaunlich härte und abriebfestigkeit des überzuges. spricht ja eigentlich gegen zinn!

ich vermute das sich dieser begriff (wie so viele) bei den wissenschftlichen bearbeitern festgesetzt hat, das er einfach immer wieder übernommen wird, ohne das eigentlich einer weiß, was das für ein metall ist! (klar sonst würde man ja auch ´versilbert´oder `verzinnt´schreiben)

hat da jemand mal ne analyse oder ähnliches in die finger bekommen?

lg
rolf


Hallo Rolf,
hast Du schon einmal an folgendes Verfahren gedacht, dass in der Antike und noch öfter in der Spätantike Verwendung fand? Als Basismaterial für Fibeln, Münzen ect. nahm man eine silberhaltige Bronze oder Billon (Silbergehalt oft nicht mehr als 6%). Durch Weißsieden solcher Materialien bekam man eine silberne Oberfläche. Von Laien wurde dies einmal als Weißmetallüberzug bezeichnet. Dieser blödsinnige Begriff hat sich in der Literatur aus Unwissenheit fortgesetzt. Beim Weißsieden wurde der Gegenstand in einer Lösung aus Weinstein und Kochsalz solange gekocht, bis die unedlen Legierungsbestandteile zersetzt waren und nur noch reines Silber an der Oberfläche verblieb. Der Überzug war naturgemäß sehr dünn, hat aber bei Schmuckstücken trotzdem recht lange gehalten, bei Münzen dementsprechend weniger. Abgegriffene Stücke konnte man noch ein zweites Mal Weißsieden und so den alten Zustand wieder herstellen. Dieses Verfahren wird zu Betrugszwecken noch heutzutage bei antiken Objekten ange- wendet.

Gruß
Basil


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