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 Betreff des Beitrags: Ausbrennen mit Schmelzofen?
BeitragVerfasst: 09.01.2020, 14:42 
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Hallo liebe Gussprofis,

ich bin ein ambitionierter Bastler mit einigen Jahren 3D-Druck-Erfahrung und vor etwa zwei Jahren hab ich das Gießen von Hartzinn für mich entdeckt, dies aber immer mit Silikon-Gussformen und dem schmelzen des Zinns auf meinem Gasherd. Vor ein paar Monaten hab ich dann meine erste Erfahrungen mit ZAMAK (Zink-Aluminium) gemacht, hierbei aber auch mit einer Silikon-Gussform. Nun würde ich mich super gerne mal an kleinen Schmuckstücken aus Messing oder Silber versuchen jedoch fehlt es mir noch an der entsprechenden Peripherie.
Ich muss wohl noch dazu sagen, dass ich keine richtige Werkstatt habe sondern mein Wohnzimmer ist zur Hälfte eine Werkstatt mit Werkbank und diversen Maschinen - so viel zum Background und den Randbedingungen.

Ok, ich habe mich also schon reichlich in diesem Forum eingelesen auf was man achten sollte, welche Werkzeuge ich benötige und vermutlich schon 1000 YouTube-Videos gesehen, wie man Silber/Messing gießt und da bleiben leider zwei Fragen offen:

1. Da ich das ganze als reines Hobby mache und nur hin und wieder vielleicht einen kleinen Anhänger als Geburtstagsgeschenk herstellen möchte, bin ich nicht gewillt mir für teuer Geld einen Schmelzofen + Ausbrennofen anzuschaffen. Mein Gedanke war es also, einen Schmelzofen wie diesen: zu kaufen und ihn gleichzeitig als Ausbrennofen zu verwenden. Meinem Gedanken nach, ist das auch nichts anderes als ein kleiner Muffelofen in den ich eine 6cm Küvette rein bekomme und dazu habe ich die Temperaturregelung gleich noch mit drin. Ein EFCO 110 mit Temperaturregelung kostet mich da das Doppelte.
In dem Video sieht man das Innere des Ofens:
Gibt es da irgendwelche Einwände?

2. Mich würde mal interessieren wie es um die Geruchsbelastung / Rauchentwicklung beim Ausbrennen steht? Ist das in einer Wohnung ohne Absaugung komplett undenkbar oder riecht das eben nur etwas unangenehm? An der Stelle könnte ich den Ausbrennvorgang auch auf meinem Balkon erledigen aber gerade im Winter bei Minusgraden wäre das energetisch wohl nicht so effizient.

Natürlich hätte ich dann auch keine Vakuumabsaugung für den Gips aber die Luftblasen sind ja an dieser Stelle nur kleine Schönheitsfehler, die ich erst mal in Kauf nehmen würde.
Was sagt ihr zu meinem Vorhaben und hättet ihr vielleicht noch irgendwelche Tipps/Empfehlungen, ich bin für alles dankbar!

lg


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 09.01.2020, 14:42 


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausbrennen mit Schmelzofen?
BeitragVerfasst: 09.01.2020, 18:44 
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Das geht ohne Weiteres so wie Du es Dir vorstellst. Nur stinkt und qualmt das Ausbrennen stark und Du solltest es nicht in Deiner Wohnung machen. Balkon ist gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausbrennen mit Schmelzofen?
BeitragVerfasst: 13.01.2020, 15:16 
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Registriert: 09.01.2020, 13:51
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Vielen Dank für die Antwort! - Der Ofen ist bestellt. :)

Da ich jetzt noch die restlichen Utensilien beschaffen muss, ist mir noch eine Frage aufgekommen: Könnte man anstatt der recht teuren Dental-Einbettmasse nicht einfach einen Modell-Gips aus dem Baumarkt verwenden bzw. wo liegt der Unterschied?

lg


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausbrennen mit Schmelzofen?
BeitragVerfasst: 13.01.2020, 15:22 
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Wir verwenden in der Regel als Einbettmasse ein Kristobalitpulver das Gips als Bindemittel (wenige Prozente) hat. Ist nicht teuer und gibt es im Fachhandel. Mit Gips direkt habe ich es nicht probiert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausbrennen mit Schmelzofen?
BeitragVerfasst: 14.01.2020, 14:39 
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die Öffnung des Ofens ist halt nicht größer als der Durchmesser das Tiegels

die Küvetten sollten also vielleicht auch einen "Kragen" haben, weil sie sich wohl eher schlecht in die und aus der heißen Versenkung bewegen lassen

zum Schmelzen von Kleinmengen Silber und Messing ist so ein Schmelzofen mit Tiegeln für 2kg (also immer noch über 1kg Messing oder Silber)allerdings ganz schön groß
will nicht sagen, daß es nicht geht, aber kurios ist es schon, so einen großen Ofen und Tiegel aufzuheizen und beim Guß mit einem so großen Tiegel zu hantieren für z.B. 30g
dazu frag ich mich, wie viel Zink aus dem Messing verdampft und ob grad die Messing"pampe" in der Kleinstmenge vielleicht kaum aus dem Tiegel raus will (Messing hat nach meinen sehr geringen Erfahrungen wenig Oberflächenspannung und klebt regelrecht im Tiegel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausbrennen mit Schmelzofen?
BeitragVerfasst: 15.01.2020, 14:06 
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An deiner Stelle würde ich das mit dem Gips erst mal lassen.

Stattdessen solltest du dir mal die diversen Sandgußsysteme anschauen da kommst du mit Sicherheit für den Anfang weiter. Da stellen sich viele Probleme erst gar nicht, es ist nicht teuer, es geh im Verhältniss zum ausbrennen sehr viel schneller (gut für die Zeit am Balkon) und du kannst ohnen finanzielles Risko so richtig Erfahrungen sammeln.


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