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BeitragVerfasst: 22.04.2006, 14:08 
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Menschen kennen Gold seit 6000 Jahren


Das älteste zu Schmuck verarbeitete Edelmetall ist das Gold. Dieses rötlichgelbe und vergleichsweise weiche Metall, das sich ebenso wie das Kupfer in kaltem Zustand durch Hämmern formen läßt, wurde bereits um 4000 v. Chr. von den Menschen mancher Kulturen sehr geschätzt. Goldfunde aus dem vierten Jahrtausend v. Chr. liegen aus Bulgarien, Ungarn, Österreich, der Tschechoslowakei und Deutschland vor.

Die reichsten und ältesten Goldfunde Bulgariens wurden im Gräberfeld von Varna entdeckt. Sie stammen aus der Zeit um 4000 v. Chr. und wiegen insgesamt 6 Kilogramm. In Varna konnten mehr als 3000 goldene Schmuckstücke geborgen werden, die man den Angehörigen einer an Tauschgeschäften mit balkanischem Kupfer beteiligten Oberschicht mit ins Grab gegeben hatte. Zu diesen Goldschmuckstücken gehören Arm- und Stimreifen, Halsketten, massive Zierenden von Zepterstäben und zahlreiche auf die Kleidung genähte Anhänger aus Goldblech, die teilweise Tiergestalt haben.

Die frühesten Goldfunde Ungarns wurden von Angehörigen der Bodrogkeresztúr-Kultur um 4000 v. Chr. hinterlassen. Bisher hat man an 15 Fundplätzen dieser Kultur in Ungarn Gold entdeckt. Es handelt sich um Kopf- oder Brustschmuck in Gestalt von gerippten Blechröhren, Perlen, Scheiben- oder Ringanhangern. Besonders groß und schwer waren Goldscheiben mit stilisierenden Darstellungen einer Göttin, der sogenannten Großen Mutter.

Als die ältesten Goldfunde Österreichs gelten zwei Goldscheiben von Stollhof bei Wiener Neustadt. Sie stammen aus der Zeit um 4000 v. Chr. Die größere dieser beiden 1864 entdeckten Gold-scheiben hat einen Durchmesser von 13,8 Zentimetern und ein Gewicht von 121 Gramm, die kleinere einen Durchmesser von 10,8 Zentimeter und ein Gewicht von 71 Gramm. Beide Scheiben sind am Rand mit Punktreihen und in der Mitte mit drei Buckeln verziert. Die Goldscheiben von Stollhof dürften an einer Halskette befestigt gewesen sein. Vielleicht wurden diese wertvollen Schmuckstücke von bedeutenden Persönlichkeiten - wie einem Häupiling oder einem Priester - getragen.

Die ältesten Goldfunde Deutschlands stammen aus Gräbern der nordwestdeutschen Trichterbecher-Kultur vor mehr als 3000 v. Chr. Dabei handelt es sich um je einen massiven Goldring. Einer davon, ein 3 Millimeter dicker Armring, kam in einem Grab von Himmelpforten (Kreis Stade) in Niedersachsen zum Vorschein. Manche Expereten vermuten, daß das dafür verwendete Gold aus Irland oder Siebenbürgen stammt. Eine ähnliche Herkunft wird auch für den goldenen Arniring aus einem Grab von Schwesing (Kreis Nordfriesland) in Schleswig-Holstein angenommen. Letzterer hat einen Durchmesser von 8,5 Zentimeter und ein Gewicht von 43
Gramm. Beide Schmuckstücke gelten als Importware, die bei Tauschgeschäften erworben wurde.

Die ältesten Goldfunde Ägyptens werden ins 3. Jahrtausend v. Chr. datiert. Zu dieser Zeit suchten ägyptische Prospektoren in der östlichen Wüste und in Nubien systematisch nach Gold, das zu mancherlei Schmuckstücken verarbeitet wurde. In Aufzeichnungen ist von Waschgold und Berggold die Rede. Der Goldabbau war das Monopol des Pharao.

Die meisten Goldfunde der Urgeschichte hat man aus der Bronzezeit geborgen, die in manchen Gebieten Mitteleuropas schon um 2300 v. Chr. begann und etwa um 800 v. Chr. endete. Wegen der reichen Goldfunde wird die Bronzezeit von manchen Prähistorikern als "Goldenes Zeitalter" bezeichnet. Während der Bronzezeit wurden aus Gold unter anderem Schmuckstücke, Gefäße aus Goldblech und Kultgegenstände geschaffen. Berühmt sind vor allem die sogenannten "goldenen Hüte" in Süddeutschland und Frankreich, die eine Rolle im Kultur spielten.

*

Dieser Text ist eine Leseprobe aus dem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" des Wissenschaftsautors Ernst Probst.

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