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BeitragVerfasst: 28.09.2010, 17:43 
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Beiträge: 1
Hallo miteinander,

ich bin nicht "vom Fach", aber interessierter Laie.

Ich habe mir kürzlich bei einem renommierten Goldschmied in
Umbrien, der schon für unseren Papst gearbeitet hat, einen
29-karätigen facettierten Beryll als Ring fassen lassen.

Alles in allem prima gemacht, mir gefällt's. Da ich aber oberpingelig
bin und wirklich auch winzigste Details überprüfe, habe ich
Folgendes entdeckt: Da, wo die Goldfassung am Stein anliegt (Tonneau-
Form), sind winzige Absplitterungen an den Facettenecken zu erkennen.
So, als wäre mit einer Zange mal auf die Grate an der Rondiste gezwackt
worden. Wisst Ihr, was ich meine? Finde ich natürlich nicht so schick.
Obwohl kein "Normalsterblicher" das merkt, ist bei normaler Aufsicht auf
den Stein nicht zu sehen.

Ist so ein Defekt häufig? Ließe sich das vermeiden? Wäre toll, wenn sich
mal ein Experte dazu melden würde. Ich kann auch gerne mal Fotos zur
Ansicht mailen.

Liebe Grüße
Sternglitzer


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Verfasst: 28.09.2010, 17:43 


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BeitragVerfasst: 28.09.2010, 18:58 
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auch wenns nicht wichtig ist: welche farbe hat der beryll?
wegen der minimalen abplatzung:
erstens kann sie theoretisch schon vor dem fassen dagewesen sein, du hattest den stein bloß zuvor an der stelle noch nicht so genau angesehn
zweitens kann das (meiner meinung nach) auch dem sorgfältigsten fasser/goldschmied passieren, ohne daß ihm ein vorwurf zu machen ist: die fassung muß absolut dicht an den stein getrieben werden, und steine können auch bei leichter beanspruchung, wenn sie zufällig in der richtung der guten spaltbarkeit im stein liegt, ausplatzen

ich würde sagen: nochmal glück gehabt, daß die sache eigentlich nicht wirklich zu sehen ist

wenn die absplitterungen sich entlang der ganzen fassungskante (oder einzelne krappen?) ziehen, hat der fasser wohl wirklich unachtsam gearbeitet und beim glätten der fassungskante mit stichel oder anderem werkzeug die facettenkanten leicht, aber doch zu stark, berührt

müßte man doch fotos sehen, istaber eh nicht zu ändern


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BeitragVerfasst: 28.09.2010, 22:09 
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Goldfeilung
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Beiträge: 126
hallo Sternglitzer

Letztendlich stellt sich die Frage Was erwartest Du? Was bezahlst Du? Wo kaufst Du das Teil? Was ist es Dir Wert?
Wenn Du das als Erinnerung in Italien gekauft hast, ist es den Preis wert, den Du bezahlt hast. Sonst hättest Du das Schmuckstück nicht gekauft. Wenn Du aber zu einem südlänsdischschen Preis eine mitteleuropäische Qualität erwartest - sei mir nicht böse - bist Du selber schuld. Sei Dir im Klaren: Die Zeit der Schnäppchen - und damit meine ich ein Stück, das deutlich unter seinem Wert verkauft wir - sind definitiv vorbei (Geiz ist Geil hat da so seinen Tücken...).
Wenn Du aber für den Ring einen, mit mitteleuropäischen Verhältnissen verglichen, einen "normale" oder gar hohen Preis bezahlt hast, darf so was nicht sein. Wenn ich einem Kunden ein Schmuckstück in Mitteleuropa zu einem Mitteleuropäischen, also für den Durchschnittskunden/Kundin recht "hohen" Preis verkaufe (hohe Lohnkosten, Mieten, etc.), dann darf der Kunde/... auch eine entsprechende Qualität erwarten. Und das heisst auch bei einem heiklen Stein keine Absplitterungen, keine Gräte an Fassungen, perfekt polierte Innenseiten, einen fest sitzenden Stein, u.s.w.
Falls Du aber einen, für Dich günstigen Preis bezahlt hast, freue Dich daran! Du schaust den Ring ja nicht mit der Lupe an, wenn Du ihn trägst.

lg
peirresuisse


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BeitragVerfasst: 29.09.2010, 07:45 
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umbrien ist aber nicht südanatolien
also in einem gebiet von italien würde ich von normalen preisen und qualität ausgehen
bei einem "renommierten", der "für den papst arbeitet" sogar überdurchschnittliche preise erwarten, zumindest nicht günstiger als hierzulande,

foto?


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BeitragVerfasst: 04.10.2010, 17:30 
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Goldcent
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:kleeblatt:
Liebe Kollegen,
selbstverständlich gibt es in Italien auch schlechte Goldschmiede! Aber sicherlich weniger als in einigen anderen Europäischen Ländern!
Ich glaube das ist eine riesengrosse Ignoranz zu behaupten das wenn man etwas im Süden kauft oder anfertigen lässt, sei es schlechter garbeitet!
Die Qualität, hängt in unserem Beruf davon ab, mit welcher Leidenschaft und genauigkeit der Goldschmied seine Arbeiten abliefert.
Was die Italiener als Goldschmied früher gelernt haben, davon können wir noch viel abschauen!
Zugegeben das es heute nicht mehr so ist.
Aber ich hasse es wenn man so oberflächlich andere Arbeiten abwertet ohne sich selber ein Bild von dem Erzueger gemacht zu haben.

In Italien mag man leichter arbeiten, oder holer Schmuck wie wir immer gesagt haben, aber die Handwerkliche Qualität ist nicht schlechter.
Und mal wirklich! Die Preise in jedem Land entstehen durch die Lebenserhaltungskosten die uns aufgelegt werden.
Somit müsste die Schweiz ja wohl schon ein wenig teurer sein, aber ich möchte mal sehen wenn dort alles billiger wäre ob mann dann immer ncoht so teuer sein kann!

Sorry, aber das musste eích einfach mal sol werden :ja:

Slauti a tutti

Rossano


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BeitragVerfasst: 04.10.2010, 21:29 
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hab ja nichts anderes gesagt, ich erwarte in italien normale qualität und preise
nur deutlich südöstlicher sehe ich die sache anders


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BeitragVerfasst: 07.10.2010, 13:10 
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Silberkorn
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Beiträge: 59
Wohnort: Schöngeising / Bayern
Wie die Vorredner schon gesagt haben: das kann leider vorkommen, sollte aber nicht.
Es kann dafür mehrere Gründe geben:
Der Fasser hat zu fest gearbeitet und die Fassung zu streng rangeknallt.
Der Stein hatte an dieser Stelle eine innere Spannung die auf die Belastung reagiert hat.
Wenn die Rondistenkante in diesem Bereich sehr scharf waren ( 90 Grad Winkel) dann kann es auch gerne passieren ( ich schleif immer eine kleine Phase an solche Ecken um den Stress zu vermeiden)
Ich geh mal davon aus, das die Rondiste schön gleichmäßig ist und eine gewisse Höhe hat ( Damit der Fasser was zu fassen hat)

Was mich jetzt etwas irritiert ist folgendes
"So, als wäre mit einer Zange mal auf die Grate an der Rondiste gezwackt
worden."
Wie sieht die Rondiste denn aus? Bei einem 29 ct Stein sollte das eine sauber facettierte und polierte Kante sein 0,5 - 1 mm hoch.
Und was ist das für eine Fassung: Zarge oder Krampen

_________________
Audio et obsequor, semper et ubique
www.ambrae.de


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BeitragVerfasst: 07.10.2010, 13:44 
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Beiträge: 2637
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TE wollte ja eigentlich fotos nachliefern, aber scheinbar ist das interesse dann doch nicht so groß
außerdem ist es ja doch nicht mehr zu ändern, ob nun fehler des fassers oder pech


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BeitragVerfasst: 09.10.2010, 20:17 
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Goldfeilung
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Beiträge: 126
@ rossano:
War gerade eine Woche im Urlaub, deshalb meine etwas späte Antwort.
Recht hast Du, in anderen Ländern gibt es wesentlich schlechtere Qualität. Nur sehe ich leider immer nach den Sommerferien Kunden die Schmuck in Ferienländern (auch Italien) gekauft haben und damit unzufrieden sind, oder diesen reparieren lassen möchten, was häufig äusserst schwierig bis unmöglich ist.
Auch Deine anderen Einwände sind vollkommen richtig, haben aber mit meiner Antwort nicht direkt etwas zu tun. Dass Jedes Land die Preise seiner Lebenshaltungskosten hat, damit sprichst Du mir gar aus dem Herzen, da die Schweiz gemeinhin als Hochpreis-Insel zählt. Dies aber selten mit den ebenso hohen Löhnen verglichen wird.
Dein letzter Satz verstehe ich nicht ganz.
Fakt ist aber, dass Gute Qualität seinen Preis hat, in jedem Land, dass aber schlechte Qualität zu hohen Preisen unfair ist, auch in jedem Land.

Übrigens, ich liebe Italien :top:
lg
pierresuisse


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BeitragVerfasst: 12.10.2010, 11:17 
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Goldcent
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Beiträge: 228
Wohnort: Oberösterreich, Ried im Innkreis
:kleeblatt:
Hallo pierresuisse,
ich denke wir sind in vielen Dingen absolut einer Meinung ;)

Herzlichen Gruß

Rossano


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