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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 15.06.2008, 20:32 
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oh, danke ulrich, ein lob von dir heist schon was :D *verbeug*


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 15.06.2008, 20:32 


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 14.07.2008, 11:50 
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Hallo Goose, danke für diese tollen Fasseranleitungen! Eine Frage hab ich aber zum Fassen der eckigen Steine.
Du schreibst : "Nun nehmen wir uns den Fasshammer und hämmern zunächst nur die Ecken der Fassung an - langsam und vorsichtig. Sie sollte möglichst über den Stein gekippt werden. Sie muss jedoch nicht aufliegen. Wenn die erste Ecke fertig ist, dann mit der gegenüberliegenden Ecke weitermachen."
Wie hämmere ich die Ecken am Besten an? Nur die Seiten des Steins ganz am Rand (also rechts und links an der Ecke) - oder DIREKT in der Ecke (also genau an der Spitze)?
Ich hoffe meine Frage ist verständlich . . .
Beste Grüße, Letizia


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 01.08.2008, 09:53 
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Hallo Letizia,

eine späte Antwort ist besser wie garkeine^^

Ja, Du solltest die Spitze (Ecke) der Fassung direkt anschlagen. Grade in Hinsicht, das die Ecken der Steine sehr empfindlich sind, klinkt dies wohl seltsam, jedoch hat es auch seinen Grund. Wenn Du einfach nur die Seiten des Steines anschlagen würdest und das Material förmlich über dein Stein klappst, würden sich in den Ecken komische Wülzte bilden, wo die Ränder aneinander stoßen. Die bekommt man im nachhinein nicht richtig schön beigearbeitet.

Daher geht man halt immer so vor, das man erst die Ecken niederschlägt und sich dann von den Seite des Steines wieder richtung Ecke vorarbeitet. So kann der Fassungsrand in den Ecken nicht vorananderschlagen.

Ich hoffe ich war verständlich^^

lg
goOse


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 01.08.2008, 12:24 
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Vielen Dank, goose! Ich hab zwar die Ausbildung zur Goldschmiedin und arbeite auch seit 8 Jahren in diesem Beruf - aber hab mich vor dem Fassen eckiger Steine, nach einigen Unfällen, immer lieber ferngehalten. Jetzt bin ich selbständig und komm teilweise nicht mehr drumherum. Ich hab auch vor in nächster Zeit mal einen Fasserkurs zu besuchen. Nur einen für "einfache" Fassarten. (Zargenfassung, verwischte Fassung usw.) Danke für deine Hilfe!


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 01.08.2008, 13:59 
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Gerne :D
*flüster* Wenn Du nicht willst, das Dir die Spitzen abbrechen, rutsch einmal mit der Diamantfeile über diese und kante sie ab, dann bricht auch nichts und nicht ganz perfekte Ecken, lassen den Stein nicht mehr festklemmen. Die abgestoßende Ecken kann man später in der Fassung nicht mehr sehen... und wenn mal einer Fragt, hast Du natürlich nicht die Ecken abgestoßen.. ist ja klar^^

Wo kommst du denn her?
In Münster (NRW) bietet das HBZ Münster sehr gute Fasserkurse an. Vielleicht ist das ja was für dich!

lg
goOse


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 04.08.2008, 22:15 
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Hallo Letizia,

ich kann Dir sehr den Fasserkurs in Ahlen bei Paul Leibold empfehlen. Er kann einem das wirklich gut beibringen und hat sehr viel Geduld


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 08.08.2008, 09:55 
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Vielen Dank für eure Hilfe und die guten Tips - ich werd mich gleich ins Vergnügen stürzen und losfassen! Ich wohne in Wien und werde mir wohl eher hier einen Kurs suchen . . . Lg,Letizia


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 06.11.2008, 13:49 
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Hallole,

dein Fasserkurs hat mir auch heute noch, nach mehr als 2 Jahren, freude bereitet.
Er war/ist sehr aufschlussreich, macht MIR aber mehr Angst als Mut.
Immer wieder lese ich Hinweise der art "Wenn du Smaragd fassen willst, geh zum Fasser".

Es sind eine reihe Fragen offen geblieben:
1) Ich möchte gern rechteckige Edelsteine (5x7mm) oder Edelsteine mit Baguettes in Treppen-Schliff oder Oktagone im Prinzess-Schliff in ebene Flächen fassen.
Wie muss ich die Fassung vorbereiten damit es ein Fasser machen kann?

2) Mit welchen Toleranzen muss ich rechnen? Muss ich die Fassung für jeden Stein speziell anpassen?
Mir wurde mal gesagt das man beim Handschliff mit Toleranzen von 10% rechnen muss. Bei 5 mm sind das 0,5 mm.
Muss eine Fassung sooooo genau sein? In die Ecken komme ich ja niemals so genau rein. Wie mach ich denn sowas?

3) Wenn ich mir deinen Kurs zum fassen eckiger Steine (Teil 3) ansehe, muss ich je eh von hinten etwas an den Stein anfügen.
Wäre es da nicht einfacher, die Fassung von vorne schon fix und fertig zu fräsen (als Beispiel) und dann den Stein von hinten zu fassen?
Ich habe mal ein Beispiel angefügt...
dicke Platte:




von hinten mit einem 45° Fräser den Sitz fräsen:


Mit eienm Schlitzfräser einen kleinen Schlitz fräsen:


So sitzt dann der Edelstein drin:


Den Sitz von hinten auch mit dem 45° Fräser anphasen:


Alle drei Teile zusammenfügen:


Mit einem Fasserhammer oder einem Minimeißel Material in den Schlitz treiben:


Material hinten absägen, abfeilen und glatt schleifen... Fertig


Die Toleranzen sind klein. Die Frage ist: Sind diese noch zulässig oder wackelt der Stein dann?


Den Sitz kann man ja beliebig fräsen, so dass der Stein auch bündig mit der Oberfläche ist:


Kann man das so machen?
Der Vorteil ist, das man von außen (Sichtseite) nix machen muss, und damit die Gefahr des verkratzens und des splitterns weg ist.
Welche Probleme könnten auftreten? Ich habe es selbst noch nicht probiert... aber bald...

Grüßle
Silberlehrling


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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 09.11.2008, 22:04 
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Ein kreative Idee, kann gut klappen, nur zu.

_________________
von: Heinrich Butschal
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 Betreff des Beitrags: Re: Fassen von Edelsteinen - Teil 3
BeitragVerfasst: 11.11.2008, 00:35 
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Hallo Silberlehrling,

ich denke nicht das er Dir Angst machen will, vielmehr wird das ganze oft sehr unterschätzt. Darauf hinzuweisen, das alles sehr schnell kaputt gehen kann, ist sicher nur eine Absicherung, damit nicht jeder 2. sich evtl. teure Steine auf einer Messe kauft und die gleich beim ersten Versuch ruiniert. Ich empfinde die Anspielungen mehr als Humor und eine Angehensweise die keine extreme Erwartungshaltung weckt.

zu 1) Im Grunde würde jedem Fasser es reichen, wenn Du ihm eine kleine Skizze machst, wo Du was eingefasst haben willst. Solange die Materialstärken der Flächen ausreichen, fasst der Dir alles überall ein, ohne das Du vorher was groß vorbereitest. Natürlich soll die Oberfläche soweit keine große Nachbearbeitung mehr erfordern.

Sollte die Materialstärke zu gering sein, wäre es von Vorteil, wenn Du eine Fassung in der Form wie Du sie brauchst per Hand (Abwickung oder "L"Stücke) mit Auflage fertigst und sie in die Fläche bündig einlötest. Dann kann das mit 110% Sicherheit jeder Fassen.

zu 2) Das kommen natürlich immer auf die Steine an. Grundsätzlich wird immer jede Fassung auf den gewünschten Stein angepasst. Bei eckigen Steine ist es nicht soooo wichtig, das alle Wickel 100%tig stimmen. Natürlich können zu schiefe Vierecke den Gesamteindruck stark trüben, aber auch nur weil sie schief sind :D Natürlich sollen die Steine in der eckigen Fassung nicht hin und her schiebbar sein. Sauber und ohne zu wippen sollte jeder Stein schon in der Fassung liegen. Bei eckigen Fassungen hat man den Vorteil, das man die Steine recht gut verkeilen kann. Daher müssen nicht alle Fasskanten wirklich aufliegen (Also das Material, was von der Kante auf den Stein getrieben wird).

Um das Problem mit den Spitzen zu lösen, solltest Du dich an den Tipp aus dem Text halten. Fräse mit einen sehr kleinen zB Kugelfräser genau an die Stellen wo die Ecken des Steines in die Ecken der Fassungen stoßen, kleine "Dellen" hinein. Hier sollen dann die Spitzen des Steine hineinstoßen und nicht weiter stören. Wenn Du das tief genug machst, kannst Du den Stein hineinschrieben (so wie ein Backblech in den Ofen) und auf der anderen Seite dann leich runter drücken.

Wenn du mit der Feile die Kanten innen nicht genug spitz ausfeilen kannst, geht es auch, das du die Fassung, noch ohne eine Auflage mit der Säge etwas nachbearbeitest. Man kann mit der Säge förmlich etwas feilen. So bekommt man auch die hartneckigste Ecke, eckig^^

Wenn alle Stricke reißen und Du nicht grade wieder einen Diament oder Korund (Also alle Saphire, Rubine usw.) einfassen willst, kann Du auch einen schmutzigen Trick anwenden. Nimm dir ne sehr feine Diamantfeile und Breche die Spitzen des Steines einfach. Wenn Du keine Diamantfeine zur hand hast, tut es auch zB 600'er Schmirgelpapier und eine sehr glatte und harte Auflage. Darüber wetzt Du dann die Spitzen ab. Und was nicht mehr da ist, kann auch nicht mehr klemmen :D

zu 3) Eine wirklich witzige Idee und eigentlich machbar. Sowas wird gerne bei vielen 0-8/15 Schmuckstücken aus Silber gemacht, wenn sie in China hergestellt werden^^ Jedoch kannst du Das wenn überhaupt nur in Silber, mit einer sehr sehr dünnen, weich geglühten Innenzarge machen. Dazu müsste die eingefräste Rille aus Bild 3 wesentlich breiter sein, damit Du überhaupt eine Chance hast da genug Material hinein zu drücken/hämmern. Größtes und somit mir auffallenstes Problem wäre jedoch, das egal wie gut das mit dem hineindrücken klappen sollte, aber der Umstand, das Du die Innenzarge so dünn machen musstest, wird Dir nun zum Nachteil, denn wenn Du etwas größeren Druck von vorne auf den Stein ausübst, wird er die Innenzarge langfristig rausdrücken.

Zu den Toleranzen nochmal: Ich wüsste auch keine Richtmaße, wann ein Stein Wackelt (bei zuviel Spiel zwischen Fassung und Rondiste), das ist wirklich eine Erfahrungssache und kaum mit Worten zu beschreiben. Ich halte mich bei sowas einfach daran, das ich versuche den Stein völlig bündig in die Fassung zu legen. Wenn man wirklich nur ein klein wenig Rand auf den Stein hämmern/reiben muss, sieht die Fassung letztendlich am besten aus. Ist zuviel Spiel zwischen Fassungsrand und dem Stein, erinnert das von der Seite her gesehen (querschnitt) dann mehr an ein Vordach mit einem Auto drunter und nicht an einen bündigen Abschluss^^

Goose schrieb wohl, das man Steinruhfräser oder Kugelfräser nehmen kann, aber ich denke bei jedem Anfänger liegt die Empfehlung klar bei Kugelfräsern, da auch kleine Ungenauigkeiten der Lochgröße durch die konische Form des Kugelfräserfräsloches (was für ein Wort^^) kompensiert werden kann. Hier klemmen die Steine als fest und halten während des Fasses von alleine.



Ich hoffe ich konnte helfen :)
lg
Olaf

p.s. ich hoffe niemand ist böse wenn ich mich einmische, ich mag den Guide, des ist sicher einer der besten im iNet.


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