Ob Fragen über die Arbeit von Frau Prof. Elisabeth Treskow, diese war u.a. für die Wiederentdeckung der Granulation (antike Goldschmiedetechnik der Etrusker) verantwortlich, Fragen über Flambieren (Schmoren), Niello oder die russische Variante Tula, Hier wird alles besprochen!
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Re: Angelsächsische Scheibenfibel

26.01.2015, 21:54

@El Kratzbürscht
Jap, ich meine das hält. Die eingesetzten Bleche kragen rundum etwa 3/10mm tief unter das Silber und beim probestück hälts ja auch.
Die punktierung der Oberfläche sorgt zusätzlich für eine verzahnung mit dem Untergrund.
Zwischen 6-7Uhr: Hut ab, da hast du aber genau hingeschaut! An der Stelle könnte es auch eine Drahttauschierung sein.

Partielle Feuervergoldung schließen wir aus, hat Mia ja schon erklärt.

@Tilo
die Technik funktioniert und ist mit Messing erprobt, in Gold wird es eher noch leichter. Wenn dann bräuchte ich also schon gleich die 10cm². Wie viel denkst du denn kostet das in etwa?
Ende Feburar ginge grad noch, aber früher wäre mir deutlich lieber, weil ich zu einem bestimmten Termin fertig sein muss (und das Einlegen wird noch mal ne ganze Weile dauern....)

Weil ja mal die Frage nach dem Ätzen aufkam: Ätzen wäre meiner Meinung nach für die flachen Gruben (die, die später nielliert werden) recht wahrscheinlich. Die Tiere beispielsweise sind aber als plastisches Halbrelief gearbeitet, das kann ich mir als Ätzung schwer vorstellen.

Mit freundlichen Grüßen,
Rolf

26.01.2015, 21:54

Re: Angelsächsische Scheibenfibel - Niellieren

02.02.2015, 15:25

Die Arbeiten am angelsächsischen Schmuck sind unterdessen fortgeschritten - wir haben aber ein ganz zentrales Problem:
Die meisten der Stücke, wie auch diese Fibel, waren nielliert. Nun steht Niello/Tula noch bei recht vielen Goldschmiedebedarfshandeln im Katalog, auf Nachfrage hat sich aber herausgestellt, dass die Firma die Produktion eingestellt und irgendjemand alles Niello auf diesem Planeten (oder zumindest in den deutschsprachigen Goldschmiedeshops) aufgekauft hat.
Also - raus mit der Sprache - wer von euch ist das gewesen?! :lach:

Nein im Ernst, wir bräuchten dringend Niello, weil wir nach Möglichkeit archäologisch exakt arbeiten und nicht mit einem Kunstprodukt rummurksen wollen. Das wäre nur unsere absolut Notlösung.
Hat noch jemand von euch ein Tütchen Tula rumliegen, das sowieso ein einsames, unverarbeitetes Dasein fristet? Wir würden uns sehr darüber freuen!

Viele Grüße,
Mia

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

02.02.2015, 15:58

Wahrscheinlich weil es aus der Mode gekommen ist, aber Du kannst es Dir ja selber mischen und dabei auch die alten Rezepte mit viel Blei verwenden http://de.wikipedia.org/wiki/Niello nur das diese Originaltreue dann dazu führt das Du es nicht mehr verkaufen darfst.

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

04.02.2015, 10:33

Das hier ist übrigens der aktuelle Stand der Dinge:
Bild

Herr Butschal, vielen Dank für den Artikel, haben ihn verschlungen und gerade der archäologische Teil ist natürlich extrem interessant für uns. Trotzdem wollen und können wir das nicht einfach so selber machen.

Ein Restchen Niello übrig, irgendjemand?

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

04.02.2015, 14:11

Ich schicke Dir eine Beschreibung per PN.

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

14.02.2015, 20:38

Kurz zum neusten Stand, es geht natürlich hier weiter:
Wir haben uns jetzt nach langem hin und her gegen Niello selbst mischen entschieden, aus vielerlei Gründen, und verwenden jetzt einen synthetischen Ersatzstoff, der optisch mit Niello identisch ist.
Gold haben wir bestellt und macht sich nächste Woche auf den Weg zu Tilo, und dann müssen ja "nur noch" mehr als sechzig winzige Blechelchen zugeschnitten und in die Oberfläche eingearbeitet werden. Und die Glasaugen gefertigt und gefasst.
Bilder folgen, sobald es was neues zu sehen gibt! ;)

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

15.02.2015, 08:44

Das wäre dann wohl günstiger gewesen das Feingold gleich bei Tilo gewalzt zu bestellen. Als Goldschmied hat man so etwas fast immer parat.

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

16.02.2015, 19:09

paßt schon
denn wenn ichs als gewalztes Blech verkaufe, dann muß ich ja, weil nicht Anlagegold, Mehrwertsteuer berechnen
andererseits wenn ich so kleine Mengen mehrwertsteuerfreies Anlagegold verkaufe und das als Überweisung eintrudelt, ist meine Buchhaltung wegen des mehraufwandes bei nur winziger Marge gar nicht begeistert

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

16.02.2015, 19:11

Das ist ein gutes Argument, hatte ich nicht bedacht.

Re: Angelsächsische Scheibenfibel

04.05.2015, 11:20

Mia hat geschrieben:Kurz zum neusten Stand, es geht natürlich hier weiter:
Wir haben uns jetzt nach langem hin und her gegen Niello selbst mischen entschieden, aus vielerlei Gründen, und verwenden jetzt einen synthetischen Ersatzstoff, der optisch mit Niello identisch ist.
Gold haben wir bestellt und macht sich nächste Woche auf den Weg zu Tilo, und dann müssen ja "nur noch" mehr als sechzig winzige Blechelchen zugeschnitten und in die Oberfläche eingearbeitet werden. Und die Glasaugen gefertigt und gefasst.
Bilder folgen, sobald es was neues zu sehen gibt! ;)


Hallo Mia und dem restlichen Forum.

Ein Bekannter und ich wollen Zierbeschläge einer merowingerzeitlichen Spatha rekonstruieren (Die drei unten). Diese Silberbeschläge sind vergoldet und mit Niello eingelegt. Leider haben wir ähnliche Probelme wie schon erwähnt mit der Beschaffung des Niello...
Mia Du hast einen synthetischen Ersatzstoff erwähnt...Kannst Du mir hierbei genauer darauf eingehen, was ihr dabei verwendet? Das wäre super!
Das wäre evtl. auch eine Alternative für uns, auch wenn wir es gerne mit dem traditionellen Verfahren gemacht hätten...



Grüße Max
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