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BeitragVerfasst: 12.02.2018, 13:30 
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Goldschmuck
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Wenn ich das richtig erfasst habe ist Double Draht quasi ein sehr dünnwandiges Goldrohr mit einem Silberkern.
Dazu stellen sich mir gleich mehrere Fragen:
Wie wir das Material hergestellt und kann man das auch selbst hinbekommen?
Wird üblicherweise Feingold oder eine Legierung verwendet?
Wo kann man die Drähte fertig beschaffen?
Hintergrund der Frage ist folgender: Bei den Workshops die ich mache wird gelegentlich mal nach Gold als Material für die Ringe gefragt. Da der Preissprung dafür dann immer etwas "ernüchternd" ist für die Anfragenden, ist der Gedanke aufgekommen, dafür evtl. Double Draht zu nutzen.

Es handelt sich meist um den "klassichen" gehämmerten Ring. Also: Draht biegen, verlöten und auf dem Ringriegel in Form und Größe hämmern.
Hat jemand Erfahrung ob das mit 2-3mm Drahtdurchmesser machbar ist oder würde man dabei das Gold quasi "beiseite" hämmern und hätte dann eh wieder eher einen silberring.
Oder würde sich dabei das Gold sowieso vom Silber trennen? (ist halt eigentlich die Eingangsfrage: Ist das "nur" mechanisch verbunden oder irgendwie "stofflich"?)


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Verfasst: 12.02.2018, 13:30 


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BeitragVerfasst: 12.02.2018, 16:39 
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Goldschmiedemeister
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mclien hat geschrieben:
Wenn ich das richtig erfasst habe ist Double Draht quasi ein sehr dünnwandiges Goldrohr mit einem Silberkern.
Aussen rum ja aber innen meist Tombak und nicht Silber.

mclien hat geschrieben:
Dazu stellen sich mir gleich mehrere Fragen:
Wie wir das Material hergestellt und kann man das auch selbst hinbekommen?
Industiell, das bekommt man nicht selbst hin.

mclien hat geschrieben:
Wird üblicherweise Feingold oder eine Legierung verwendet?
Ich kenne es nur mit Legierungen, meist 585.

mclien hat geschrieben:
Wo kann man die Drähte fertig beschaffen?
Puh, da weis ich nicht weiter, die Mode hat nachgelassen und früher hatte die Industrie sich das wohl selbst hergestellt.

mclien hat geschrieben:
Hintergrund der Frage ist folgender: Bei den Workshops die ich mache wird gelegentlich mal nach Gold als Material für die Ringe gefragt. Da der Preissprung dafür dann immer etwas "ernüchternd" ist für die Anfragenden, ist der Gedanke aufgekommen, dafür evtl. Double Draht zu nutzen.

Es handelt sich meist um den "klassichen" gehämmerten Ring. Also: Draht biegen, verlöten und auf dem Ringriegel in Form und Größe hämmern.
Hat jemand Erfahrung ob das mit 2-3mm Drahtdurchmesser machbar ist oder würde man dabei das Gold quasi "beiseite" hämmern und hätte dann eh wieder eher einen silberring.
Verbundmetalle vertragen nicht so viel Verformung, kommt drauf an. Aber beim ersten feilen bist auf dem Grundmetall aus Kupfer.

mclien hat geschrieben:
Oder würde sich dabei das Gold sowieso vom Silber trennen? (ist halt eigentlich die Eingangsfrage: Ist das "nur" mechanisch verbunden oder irgendwie "stofflich"?)


Die Verbindung dürfte ähnlich wie gelötet sein. Im Bestfall wie gesintert.

Am ehesten wird man hinkommen, wenn man den fertigen und bearbeiteten Schmuck kräftig vergoldet. Das kann man auch zum Schluß eines Kurses als Service machen. Und mit einer billigen elekronischen Feinwaage kannst Du sogar nach Goldgewicht abrechnen. Vorher und nachher wiegen und pro 100stel Gramm abrechnen.

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BeitragVerfasst: 12.02.2018, 18:12 
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und die lötfuge kann dann praktisch nicht versäubert werden, weil es einigermaßen unwahrscheinlich ist, daß die Enden aufs hundertstel fluchten und da würde beim versäubern auf mindestens einer Seite das Gold weggeschliffen

Double als Ring ist eh eine schlechte Idee, auch und gerade mit hammerschlag
denn da passiert folgendes: hat die Schicht es überlebt, wird sie sich im gebrauch zuerst an den feinen Graten abnutzen
und wenn dann das Tombak freiliegt, was farblich gar nichtmal groß auffallen muß, schlägt der elektrochemische Spannungsunterschied zu und es gibt regelrecht Lochfraß


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BeitragVerfasst: 12.02.2018, 19:30 
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Klar mit Tombak ist das natürlich Murks.
Ich hatte bisher nur eine variante gesehen (bei Fischer?, und da nur 0.9 Draht), die war halt mit Silber als Kern.

Da wäre das dann gar nicht mal so unmöglich. Ich mache das in den Workshops ja immer so:
- Draht absägen, Enden planfeilen (5-8mm unter Umfangsmaß)
- zum "Ei" biegen, damt die befeiten Enden Plan voreinander liegen
- dann Verlöten
- mit dem Kunststoffhammer auf dem Riegel rund machen
- dann mit dem Treibhammer in Form und Größe hämmern
- entgraten/Poliern
Wenn man nun einen Doubledraht mit 585 Gold/935 Ag hätte und in dem Fall mit 585 Gold lötet, könnte das ganze eigentlich noch ganz gut funktionieren, vorausgesetzt natürlich es gäbe noch einen brauchbaren Preisunterschied zwischen Double und massiv Gold.


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BeitragVerfasst: 12.02.2018, 19:45 
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es gibt blechhalbzeuge -,1mm gold auf -,9mm silber bzw beidseitig -,1 auf 1,8mm, aber dann höheres gold (feingold bzw rot 750)zwecks mehr Kontrast
das 2mmBlech zu Streifen geschnitten und Ring gelötet ergäben halt oben und inen gold und seitlich Silber
bloß wird der Preisunterschied nicht mehr groß sein zu 585 oder gar 333 und das Abnutzungsproblem bei so weichem Feingold ist enorm (mal davon abgesehn, daß so manche europäisch blasse haut da ungesund wirkt und der Ring wie (dünn) vergoldeter modeschmuck)

Draht außen Gold innen silber ist mir nicht bekannt

die Goldmantelringe aus DDR-Zeiten hatten keine gute Verbindung zwischen Goldschicht und Tombakkern
d.h. beim größerwalzen oder engerdrücken delaminieren sie sofort


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BeitragVerfasst: 12.02.2018, 20:56 
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Ja, die Schichtbleche hatte ich auch schon gesehen. Das wäre aber eher was um die Farben/Kontraste direkt zu nutzen ("Möbiusband Ring").
Hafner hat zuminedst Schichtrohre, aber ich nehme an die sind mit Naht aus den Schichtblechen gewickelt.

dünnwandiges Goldrohr auf Dissusions Temp bringen, Silber reingießen und im Ofen noch eine Weile auf Diffusions Temp halten evtl.?


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BeitragVerfasst: 12.02.2018, 21:14 
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reingießen ohne Luftblasen einzuschließen!
ist nicht ganz ohne

leichter, wenn das Rohr zum Füllen noch recht groß wäre und dann runtergezogen wird
aber so dicken Draht ziehen ist ja auch nicht ohne
aber erst vierkantig walzen und dann ziehen, dürfte die Goldstärke an den Ecken beim Ziehen reduzieren

da würde ich eher ein Blech zum halben rohr ziehen und da silberdraht einlöten und mit der halbrundwalze weiterwalzen
dann ist es natürlich schlecht, später mit 585er Lot die Ringfuge löten zu wollen

wenn ich das machen wollte
will ich natürlich nicht, weil ich solch Ringe nie anbieten wollte


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BeitragVerfasst: 13.02.2018, 07:30 
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All das ist natürlich machbar mit der entsprechenden industriellen Einrichtung. Deshalb wurde Dubleegold auch industriell verarbeitet und war nie das Material für kleine Goldschmiedewerkstätten. Da war dann bei großen Stückzahlen der Preisvorteil gegeben.

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BeitragVerfasst: 13.02.2018, 15:18 
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@Tilo Klar ich will auch lieber echte Goldringe machen (lassen). Allerdings wäre ein Ag/Au Double Draht halt nett, um auf den Festivals wo ich bin, etwas bezahlbareres als Echtgold anbieten zu können, das eine Echtgoldoberfläche hat. Mit Tombak ist das natürlich nicht so schön.


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BeitragVerfasst: 13.02.2018, 15:22 
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Goldschmiedemeister
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Und warum vergoldest Du es dann nicht? Die Doubleschichten waren auch nicht viel dicker als eine massive Vergoldung.

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