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 Betreff des Beitrags: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 03.07.2008, 21:15 
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Praktikant
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Wieder einmal eine Anfrage zu meinem Lieblingsthema TOMBAK:

Nach dem Löten verändert das Tombak seine Farbe. Auch nach dem Beizen mit verdünnter Schwefelsäure/ oder mit Alaun behält das Tombak den starken Kupferfarbton (kommt wohl vom Löten bzw. der Oxydation). Den ursprünglichen goldähnlichen Farbton bekomme ich nur wieder durch fleissiges Schmirgeln.

Mache ich etwas falsch???
Hat jemand von den Fachfrauen- oder männern einen Tipp für mich???
Oder lässt sich das nicht ändern, weil irgendwelche chemischen Vorgänge beim Löten zwangsläufig dazu führen?

(Ich verdünne 94-96% Schwefelsäure im Verhältnis von 1:10. Ist das richtig??)

Vielen Dank für die Antwort(en)!!!!

Heidefrau

PS: Ich benutze Fluron zum Löten


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 03.07.2008, 21:15 


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 15.07.2008, 11:21 
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Goldschatz
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Zitat:
Mache ich etwas falsch???
Hat jemand von den Fachfrauen- oder männern einen Tipp für mich???
Oder lässt sich das nicht ändern, weil irgendwelche chemischen Vorgänge beim Löten zwangsläufig dazu führen?


Hallo Heidefrau,
Du machst nichts falsch. Es ist so, dass Tombak bei starkem Erhitzen (Löten oder Glühen) den Kupferfarbton annimmt. Ich vermute dass das daher rührt, dass beim Erhitzen oberflächlich etwas Zink verdampft. Der Tombak-Goldton kommt nach dem Schleifen und Polieren, wie Du schon gemerkt hast, aber wieder.
Edmund
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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 15.07.2008, 12:48 
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Praktikant
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Hallo Edmund!

Vielen Dank für deine Antwort!!!!

Gibt es einen Unterschied zwischen Schleifen und Schmirgeln? Oder sind das 2 unterschiedliche Begriffe für einen identischen Vorgang? Wenn ja, benutze ich immer feines Schleifpapier, um die ursprünglich Farbe wieder herzustellen. Gibt es dazu Alternativen?

Wenn Schleifen etwas anderes meint, womit schleife ich dann am besten? Ich habe einen Dremel, weiß aber nicht, welchen Aufsatz ich dazu am besten benutzen kann.

Viele Grüße aus dem Norden
Heidefrau


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 15.07.2008, 17:08 
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Goldschatz
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Registriert: 28.12.2005, 17:36
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Hallo Heidefrau,
meines Wissens gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen schleifen und schmirgeln. Auch Wikipedia verwendet beide Begriffe nebeneinander. Zwar verwendet man zum Schärfen von Werkzeugen ausschließlich den Begriff schleifen (Messer schleifen), wie überhaupt in der Metallverarbeitung eher der Begriff Schleifen üblich ist. Der Begriff Schmirgeln ist nach meiner Meinung eher in der Verarbeitung weicherer Materialien (Holz, Elfenbein oder dergl.) üblich. Vielleicht gibt es doch noch einen leichten Unterschied. Geschmirgelt wird meist trocken und mit Glaspapier, d. h. das schleifende Material auf dem Schleifpapier ist meist fein gemahlenes Glas, schleifen kann man sowohl nass als auch trocken, wobei das Schleifmittel auf den Schleifpapieren meist Karborund, Aluminiumoxid oder ähnliches ist.

Selbstverständlich kannst Du mit Deinem Dremel schleifen und polieren. Am Besten Du legst Dir einen Satz rotierender Schleifkörper (Räder, Linsen, Granaten) in verschiedenen Körnungen zu. Die S-körper gibt es von grob über fein bis hin zu Polierkörpern.
Bild Am Besten Du kaufst solche Schleifkörper im Goldschmiedebedarfshandel
Edmund


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 15.07.2008, 19:50 
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Silberfeilung
Silberfeilung
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Beiträge: 31
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Liebe Heidefrau,
wegen des geringen Zn-Anteils verhält sich die Legierung bei der Wärmebehandlung ähnlich wie reines Cu. Es bilden sich schwarze Cu-Oxide, die in der üblichen Beize gelöst werden können. Natürlich können Sie die Oberfläche mechanisch bearbeiten, um nach dem Beizen das gelbliche Metall freizulegen. Oft ist das fertige Arbeitsstück aber so beschaffen, dass man gar nicht alle Stellen erreichen kann. Kurzum: Seit Jahrzehnten wurde Tombak von der Modeschmuckindustrie verarbeitet und dort hat sich die chemische Behandlung mit der "Gelbbrenne" bewährt, weil in dieser Lösung die Oberfläche der Legierung angeätzt und eingeebnet wird, so dass sie gelb und glänzend wird. - Alles, was Sie darüber wissen müssen, einschliesslich der Rezepturen finden Sie in "DEM BREPOHL" (Theorie und Praxis des Goldschmieds) Kap. 9.2.4 Kupfer und Kupferlegierungen. Besonders empfehle ich die "Glanzbrenne" für die Nacharbeit Ihrer Werkstück. Dort wird als Bestandteil des Rezepts "Glanzruss" erwähnt. Zu DDR-Zeiten kratzten wir das von der Innenwand unseres Kohleofens ab, bei den Heizkörpern der Fernheizung geht das aber nicht! Ich empfehle, dass Sie sich ganz einfach mal an einen Schornsteinfeger wenden! Vielleicht funktioniert das Rezept auch ohne diesen Zusatz, Ich weiss es nicht.
Schmirgeln: Das ist eindeutig die Bearbeitung des Werkstücks mit Schmirgelpapier.
Schleifen:In unserer Branche hat das mehrere Bedeutungen. Es bezieht sich auf die spanende Bearbeitung mit gröberen Schleifmitteln, bedeutet aber auch die Bearbeitung mit dem Schleifmittel Trippel auf rotierenden Bürsten oder Filzscheiben.
Ich wünsche Ihnen Erfolg und verbleibe mit freundlichen Grüssen
Prof. Dr. Erhard Brepohl

_________________
Prof. Dr. phil. Erhard Brepohl
Goldschmiedemeister – Fachbuchautor – Dipl.-Designer – Ingenieur


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 15.07.2008, 21:12 
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Hallo Edmund!
Danke, für die Antwort! Es fallen mir bestimmt bald weitere Fragen ein ;)
viele Grüße
Heidefrau


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 15.07.2008, 21:56 
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Lieber Herr Brepohl,
Erhard Brepohl hat geschrieben:

Zitat:
Oft ist das fertige Arbeitsstück aber so beschaffen, dass man gar nicht alle Stellen erreichen kann.


Das stimmt und manchmal ist es mir mit Schmirgeln auch zu aufwändig.

Jetzt habe ich mir in Ihrer "Bibel für Goldschmiede" (Auflage 1980) das Rezept für Glanzbrenne angesehen. Nehme ich dazu 94% - 96% Schwefelsäure? Da ich nur 1/4 der Rezeptur anmischen werde, reicht mir 2,5 Gramm Ruß. Den kratze ich aus dem Kachelofen ab.

Vielleicht können Sie mir noch einen Tipp geben?
Nach langer Recherche habe ich endlich Tombak-Lötpaste gefunden. Leider fließt sie nicht beim Löten, sondern sie krümelt. Das Forum habe ich auch schon mir dieser Frage beschäftigt. Eine Idee war, dass ich das Tombak nicht schnell genug zum Glühen bringe. Daran kann es auch m. M. nicht mehr liegen, da ich jetzt ein Hartlötgerät bzw. Autogenlötgerät mit Sauerstoff benutze. Auch damit habe ich es nicht geschafft, die Lötpaste zum Fließen zu bringen. Es gelingt mir nur bei kleinen Ösen. Bei dem Versuch eine Ringfassung (20mm Durchmesser) auf das Tombakblech (0,8mm stark) zu löten, scheitere ich immer wieder.
Noch möchte ich nicht aufgeben, da ich es als Hobbygoldschmiedin schätze, mit Tombak zu experimentieren, was ich mit Gold nicht tun würde.

Vielen Dank und Grüße aus dem Norden
Heidefrau


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 16.07.2008, 13:47 
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Goldschatz
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Hallo Heidefrau,
ich bin nochmal in diesen Thread gegangen, da ich Dir empfehlen wollte gummigebundene Schleifrädchen & Co. für Deine Handbohrmaschine zu kaufen. Außerdem gibt es kleine Schmirgelpapierhalter in die Du einen Streifen S-papier einspannen kannst. Das Ganze kommt dann in die Handmaschine. Das Teil ist sehr praktisch.
Den Beitrag von H. Dr. Brepohl habe ich gelesen. Über die Gefährlichkeit einer so hoch konzentrierten Schwefelsäure bist Du Dir schon im Klaren??!!
Zum Tombak-Lot. Hast Du den Hersteller mal gefragt welches Flussmittel Du verwenden solltest und wie hoch die Arbeitstemperatur des Lots ist? Und meine schlichte Frage: Warum verwendest Du nicht einfach Silberlot? Die meisten Lötungen sieht man doch sicher ohnehin nicht, oder? Außerdem gibt es noch ein so genanntes "Schlaglot" das auch goldfarben ist.
Weiterhin viel Erfolg
Edmund
http://www.emailkunst.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 16.07.2008, 14:12 
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Goldschatz
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Registriert: 28.12.2005, 17:36
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Hallo Heidefrau,
gerade habe ich in meiner aus Altersgründen fast aufgelösten Werkstatt nachgeschaut. Ich habe noch einige Gramm Messinglot, auch Schlaglot genannt, gefunden, die ich Dir gerne in einem Brief zuschicke. Das kostet Dich nix - wenn Du mich in Dein Nachtgebet einschließt! Mit diesem Lot habe ich Füsse, bzw. Ständer an Kupferschalen angelötet, die später emailliert werden sollten. Das Lot floss mit Fluoron einwandfrei.
Falls Du Interesse hast, kannst Du mir Deine Postadresse per PN zusenden.
Edmund


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Beize für Tombak???
BeitragVerfasst: 16.07.2008, 21:13 
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Hallo Edmund!
Vielen Dank!!!! Ist meine PN bei dir angekommen???
Viele Grüße,
Heidefrau


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