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Antike Silberverhüttung

10.03.2011, 23:21

trotz der guten silbervorkommen im deutschen raum sind kaum silberfunde aus der zeit vor 300v.chr. bekannt. die wenigen hier gefunden stücke sind dann meist aus dem mediteranen raum.
warum das so ist, ist noch recht unklar!
Immerhin verfügten die handwerker zu dieser zeit bereits über einen erfahrungsschatz von 1900 jahren metalurgie. Kupfer verhütten war bekannt, legieren des kupfers mit zinn und arsen war bereit ein alter hut, seit 500 jahren konnte man selbst eisen verhütten, gezielt aufkohlen, feuerverschweißen, härten usw.

warum also hat keiner es auf die reihe gebracht silbererze zu verhütten?

mehrfach tauchte die erklärung (nur in gesprächen!) auf, "Das liegt daran, das die antiken tiegel nicht silikatfrei waren".....
was das allerdings bedeutete, konnte mir auch keiner sagen! nur so viel, angeblich würde das silber mit dem silikat eine verbindung eingehen... stimmt das?
da antike tiegel (dieser Epochen) aus, mit sand gemagertem ton bestehen, könnte dies tatsächlich eine erklärung sein...

ist dieses silikat nur beim verhütten problematisch?
oder auch beim schmelzen von bereits verhüttetem silber?
tritt dieses problem dann auch bei tiegeln auf, die mit schamottsanden gemagert sind?

Graphittiegel gibt es jedenfalls noch keine, obwohl.... so etwa ab 300v.chr gibt es kochgeschirr, das mit großen mengen gemahlenem graphit gemagert wurde...


so, laßt mal was schlaues hören!

lg
rolf

10.03.2011, 23:21

Re: Antike Silberverhüttung

10.03.2011, 23:38

rolf bulka hat geschrieben:...warum also hat keiner es auf die reihe gebracht silbererze zu verhütten?

temperatur und zusätze
rolf bulka hat geschrieben:... "Das liegt daran, das die antiken tiegel nicht silikatfrei waren".....

Ja auch, tlw. war der Silberabbau aber viel zu aufwändig und Silber aufgrund dieser und seiner Eigenschaften in machen Gegenden einfach nicht geschätzt. Kupfer brachte für diese Gegenden mehr Geld und das Erz wurde so weiter gehandelt.
rolf bulka hat geschrieben:was das allerdings bedeutete, konnte mir auch keiner sagen! nur so viel, angeblich würde das silber mit dem silikat eine verbindung eingehen... stimmt das?
Ja, tut es.
rolf bulka hat geschrieben:...ist dieses silikat nur beim verhütten problematisch?
Nein immer
mach mal eine Reperatur an Silitzium-Silber-Legierungen.... die sind schon wieder tlw verschwunden
rolf bulka hat geschrieben:oder auch beim schmelzen von bereits verhüttetem silber?
ja auch
rolf bulka hat geschrieben:..tritt dieses problem dann auch bei tiegeln auf, die mit schamottsanden gemagert sind?
ja möglicherweise, aber in geringerm Ausmaß, Spuren lassen sich nachweisen nur ist das ncoh keinen signifikante Menge um Material zu schädigen.
Ich such mal was... He, cooles Theama, endlich mal was zum Nachdenken, man sollte Dir nen orden geben

Re: Antike Silberverhüttung

10.03.2011, 23:45

"man sollte Dir nen orden geben"

aber nur nen fasnachtsorden...

Helau....


kenn da übrigen son paar stellen im taunus, da steht der silberhaltige bleiglanz obertägig an! hat selbst mal so nen 10 kilo brocken in den händen! und wer bei dem material nicht auf die idee kommt da was rauszuschmelzen....

hmm....

lg
rolf

Re: Antike Silberverhüttung

11.03.2011, 00:00

rolf bulka hat geschrieben:...Helau....

Dirnen???? Seit wann bekommen Dirnen Orden?
rolf bulka hat geschrieben:...kenn da übrigen son paar stellen im taunus,...

Angeblich! ist in den hohen Tauern, das größte Silbervorkommen äh vl weltweit... nur liegt das blöderweise unter meterdickem Gestein... es gibt viele Stellen.

Re: Antike Silberverhüttung

11.03.2011, 05:39

Ich habe Silizium experimentell als Härterzusatz bei Gelbgoldlegierungen verwendet. In Bronze ist Silizium als Härterzusatz bekannt und wird auch so industriell heute eingesetzt.
Bei Silber habe ich es noch nie probiert.

Für die Argumentation, weshalb Silber nicht verhüttet werden konnte ist es aber völlig wurscht, denn Tontiegel sind schon tausende Jahre früher bekannt und benutzt worden. Und in denen kann man Silber, Gold und Kupfer problemlos schmelzen.

Re: Antike Silberverhüttung

11.03.2011, 10:32

So so... Herr Gold kackt Korinthen... :toimonster:

kann ich aber auch! :n186:

Dr. Gold schrieb:

"Stellen gibt es viele..."

...ordentlich lesen, ich schrieb "obertägig".... :top:

lg
rolf

Re: Antike Silberverhüttung

11.03.2011, 18:02

rolf bulka hat geschrieben:...kackt Korinthen....
Auch wenn's Bergmännern schwer fällt, ein bisschen Schönsprechen, da lesen ja junge Leute auch
rolf bulka hat geschrieben:...ordentlich lesen, ich schrieb "obertägig"....
Herr "Ingenminör" ich las recht aufmerksam, ...
Der eine muss halt darüber stolpern, damit "obertägig" sein darf.... -doch Obacht, manch ein Troll verbigt sich in einem Stein...- der andere gräbt ein wenig, damit's sein kann. Alles kein Problem.
Aber:
Von den fleißigen Buddeljungs gibt's gar viele, die sich von der Erdoberfläche (und nicht fälschlicherweise Erzoberfläche) übertags (Tag und/oder Nacht- das is' jetzt ein bisschen verwirrend) nach unten, so ca. Richtung Australien, die erzhaltigen Schichten wegschippend, eingraben, um in weiterer Folge an begehrte Rohstoffe zu kommen.
Was heißt’s?
Na, das jeglicher Abbau ein (Über)Tage(ab)bau zu nennen ist, der quasi ein Loch in der Erde hinterlässt, wo von oben nach unten oder von außen nach tiefer abgebaut wird (auch wenn man nimemr über den Rand gucken kann. Das is‘ alles, so wie Du sagst „Obertägig“ .

In den Hohen Tauern, aber auch Süd-BRD, tlw. Alpenraum gibt es, auch wenn ich mich jetzt wiederhole, also sehr große Erzvorkommen, die oben (außen) anfangen, aber nicht einfach so zum Aufheben rumliegen, sondern sich wirklich blöderweise nach unten (innen) hin verteilen.
Machte ja auch keinen Sinn, an der Oberfläche ein bisschen was abzusammeln und dann zu sagen . „ok, das was’s, gehen wir woanders hin“, oder? Es ist halt eine mühsame Geschichte mit den Erzen (mit den Zwergen und Trollen auch)...Wie auch immer.
Es gibt aber auch -und das ist sehr interessant- z.B .in irgendwo in ~Österreich und irgendwo im ~Thüringischen recht ergiebige altertümliche Abraumhalden, die: ja, lese und staune, für eine fleißige Sammlerin oder Sammler einen netten Silberertrag abwerfen. Dort muss man/frau wirklich nur ein wenig Moos oder Erde wegmachen und dann kann schon aufgehoben werden. Steinen schleppen halt.
(Ja, ich weiß wo, und nein ich werde keine Schürfstellen weitersagen)

Das war aber doch nicht das Thema, dachte es geht um die Silikatgeschichte? Schon geklärt oder nicht mehr wichtig?

Re: Antike Silberverhüttung

12.03.2011, 15:50

Ups... :stumm: hätt ich das böse "k"-wort hier nicht verwenden dürfen?
sorry! (aber was ist an korinthen denn so schlimm?) :gruebel:

:flower: hätt ichs geklärt, hätt ichs euch allen mitgeteilt... :flower:

nein, und die übrigen beiträge haben mir jetzt auch nicht so viel gebracht!

seh schon, es läuft drauf hinaus, das ich mir da im taunus noch mal so nen brocken such, mir nen tontiegel magere (da gibts nämlich untersuchungen zur zusammensetzung) und dann probier ich das einfach ( :gruebel: ) mal aus!

learning by doing....

aber recherchiert ruhig mal weiter.... bin für jede info dankbar....

so, muß wieder gärtnern...
genießt das schöne wetter und holt euch keinen sonnenbrand! 8-)

lg
rolf


WAS STÖRT ES DENN EICHBAUM,

WENN SICH DIE SAUEN DRAN SCHABEN!

Re: Antike Silberverhüttung

20.03.2011, 19:51

es ist recht mühsam, aus einem Stein das Silber zu gewinnen, wenn es doch deutlich einfacher wäre, wenn man die Versilberung von 90-ger Auflagelöffeln gewinnen könnte
Wer hier ein preiswertes Verfahren hat, um das Silber zu lösen, der kann heute einiges an Geld verdienen.

Re: Antike Silberverhüttung

21.03.2011, 20:58

Ich glaube, darum geht es ier nicht so wirklich...
Und ich glaube auch, Rolf und dem Doc geht es nicht vordergründig um den monetären Aspekt.
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