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BeitragVerfasst: 07.03.2020, 09:08 
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Nein, der genaue Feingehalt bzw. Stempel ist mir nicht wichtig.
Meine Rückfrage bezog sich nur auf die Frage nach dem Feingoldgehalt des Gelbgoldringes. Ob dies für die Wandlung in Weißgold eine Rolle spielt - z.B. ob es besser/schlechter wäre wenn der Gelbgoldring 333/585/750 wäre.

Macht sowas (Gelbgold einschmelzen, zu Weißgold verarbeiten) jeder Goldschmied, oder ist es etwas sehr speziellen und man muss eine bestimmte Einrichtung aufsuchen?
wäre es 333er würde ich damit gar nicht erst anfangen. Bei 750er hätte ich keine Bedenken. Bei 585, geht es wie geschrieben wurde, die Legierung ist dann aber nicht mehr sehr hochwertig, aber weiß. (hoffentlich)

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Verfasst: 07.03.2020, 09:08 


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BeitragVerfasst: 07.03.2020, 16:58 
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was für eine Art Ring/Schmuckstück soll denn gefertigt werden?

ich will dann mal praktische Erfahrungen einbringen
Heinrichs Methode ist unbestritten die sinnvollste, denn es kommt in der Praxis leider teils zu unerwartet harten Legierungen, wenn man einfach nur Palladium (und Gold) zugibt
diese Legierungen sind dann teils so hart, daß man sich Werkzeug beschädigt und/oder daß die Legierung zu spröde ist und beim Verarbeiten bricht

ok, dann bleibt (außer Quartscheidung) noch Guß eines als Alternative, denn da muß man nicht walzen/schmieden/biegen
und da man da einen Gußkopf braucht, paßt das dann auch zu folgender Rechnung

man kann mit 20% Palladiumzugabe (entspricht knapp 17% Pd in "krummer" Endlegierung) Weißgold daraus machen, aber wenn man den Goldfeingehalt erhalten will, muß man unerwartet viel Feinmetall zugeben, was entsprechend kostet und die zu verarbeitende Gesamtmenge erhöht (und die dann als Gußkopf in unbrauchbarer Legierung als Scheidgut übrigbleibt)
selbst raustland als fachmann hat sich da etwas verschätzt mit 40% Zugabe:

Beispiel 5g 585 (gelb bis rot) sind vorhanden und es soll eine Weißgoldlegierung 585 vmit 15% Palladium entstehen
da muß auf die Gesamtmenge 585 bezogen 57% Edelmetall zugegeben werden, auf den enthaltenen Feingehalt also nahe die gleiche Menge Feinmetall als Zugabe(wobei Palladium deutlich teurer ist als Gold) !
Rechnung: 5g 585 (incl. 2,92g Feingold) + 1,66g Feingold +1,17g Palladium= 7,83g 585
Probe: 7,83 x ,585= 2,92 + 1,66= 4,58
7,83 x -,15= 1,17

deshalb gilt: nicht jeder Goldschmied hat einen Brenner, der heiß genug ist für die Sache
und kein Goldschmied kann garantieren, daß das Gold nach der Palladiumzugabe noch verformbar ist
und die einfache Quartscheidung ist nach der teuren Palladiumzugabe dann auch erledigt

allenfalls Guß wäre wohl sicher machbar


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BeitragVerfasst: 30.03.2020, 23:54 
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Tilo hat geschrieben:
was für eine Art Ring/Schmuckstück soll denn gefertigt werden?

ich will dann mal praktische Erfahrungen einbringen
Heinrichs Methode ist unbestritten die sinnvollste, denn es kommt in der Praxis leider teils zu unerwartet harten Legierungen, wenn man einfach nur Palladium (und Gold) zugibt
diese Legierungen sind dann teils so hart, daß man sich Werkzeug beschädigt und/oder daß die Legierung zu spröde ist und beim Verarbeiten bricht

ok, dann bleibt (außer Quartscheidung) noch Guß eines als Alternative, denn da muß man nicht walzen/schmieden/biegen
und da man da einen Gußkopf braucht, paßt das dann auch zu folgender Rechnung

man kann mit 20% Palladiumzugabe (entspricht knapp 17% Pd in "krummer" Endlegierung) Weißgold daraus machen, aber wenn man den Goldfeingehalt erhalten will, muß man unerwartet viel Feinmetall zugeben, was entsprechend kostet und die zu verarbeitende Gesamtmenge erhöht (und die dann als Gußkopf in unbrauchbarer Legierung als Scheidgut übrigbleibt)
selbst raustland als fachmann hat sich da etwas verschätzt mit 40% Zugabe:

Beispiel 5g 585 (gelb bis rot) sind vorhanden und es soll eine Weißgoldlegierung 585 vmit 15% Palladium entstehen
da muß auf die Gesamtmenge 585 bezogen 57% Edelmetall zugegeben werden, auf den enthaltenen Feingehalt also nahe die gleiche Menge Feinmetall als Zugabe(wobei Palladium deutlich teurer ist als Gold) !
Rechnung: 5g 585 (incl. 2,92g Feingold) + 1,66g Feingold +1,17g Palladium= 7,83g 585
Probe: 7,83 x ,585= 2,92 + 1,66= 4,58
7,83 x -,15= 1,17

deshalb gilt: nicht jeder Goldschmied hat einen Brenner, der heiß genug ist für die Sache
und kein Goldschmied kann garantieren, daß das Gold nach der Palladiumzugabe noch verformbar ist
und die einfache Quartscheidung ist nach der teuren Palladiumzugabe dann auch erledigt

allenfalls Guß wäre wohl sicher machbar


Vielen Dank für diese ausführliche Erklärung!

Das Gold kommt aus einem Ring, und soll wieder zu einem Ring verarbeitet werden. So wie ich das sehe, ist Guß wohl die einzige praktikable Möglichkeit es umzusetzen. Aber verstehe ich das richtig, dass mit dem Gußkopf (was auch immer das ist) unabhängig davon, ob das Gold eine krumme Endlegierung oder genau z.B. 585 haben soll, in jedem Fall noch einiges an Gold dazugegeben muss?

Was unterscheiden den Guß dann kostentechnisch von der Quartscheidung?

Wird eine "krumme Endlegierung" eigentlich auch gestempelt (man könnte es ja genau ausrechnen)?


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BeitragVerfasst: 30.03.2020, 23:55 
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Sorry war nicht eingeloggt. Der Beitrag war natürlich von mir :)


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BeitragVerfasst: 31.03.2020, 07:25 
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Wenn man noch jemanden findet der Quartscheidung macht. Goldlegierungen zu scheiden und sich den Feingoldanteil in Feingold Granalien liefern zu lassen wird ca. 250 Euro kosten.

Guss kostet ca 160 Euro aber davor muss noch die zu giessende Wachsform gemacht werden. Da hängen die Kosten von Form und Aufwand ab. Der Guss ist dann erst eine Rohform die bearbeitet werden muss.

_________________
von: Heinrich Butschal
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BeitragVerfasst: 31.03.2020, 12:29 
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was für eine Art Ring soll gemacht werden? umlaufend gleichbreit und -dick ähnlich einem Trauring?
ist zufällig schon die Fingergröße bekannt?

oder oben Motiv und breiter? oder Stein?

ganz exakt gearbeitet oder etwas rustikal strukturiert?

am besten mal ein paar beispielbilder verlinken (nicht hier hochladen)
kann auch gelbgold zeigen, es geht um die geplante Form


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BeitragVerfasst: 31.03.2020, 23:06 
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Tilo hat geschrieben:
was für eine Art Ring soll gemacht werden? umlaufend gleichbreit und -dick ähnlich einem Trauring?
ist zufällig schon die Fingergröße bekannt?

oder oben Motiv und breiter? oder Stein?

ganz exakt gearbeitet oder etwas rustikal strukturiert?

am besten mal ein paar beispielbilder verlinken (nicht hier hochladen)
kann auch gelbgold zeigen, es geht um die geplante Form


Ein exaktes Beispiel/Muster gibt es dafür noch nicht. Das ganze ist noch nicht in der konkreten Umsetzung - ich mache mir gerade nur erste Gedanken welche Möglichkeiten ich hätte.

Zum Hintergrund: Es soll ein Verlobungsring werden aus dem Ehering meiner verstorbenen Mutter. Zwar wird er so nicht klassisch umgearbeitet, aber alleine schon das gleiche Gold zu benutzen hat für mich eine große emotionale Bedeutung.

Vom Design sollte der Verlobungsring in etwa so aussehen:
Bild

Ich hoffe die Steine erschweren die Umarbeitungsmöglichkeiten nicht?


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BeitragVerfasst: 01.04.2020, 00:12 
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ich sage zu diesem noch lange nicht ausgereiften Projekt nur so viel: wenn man jemanden findet, der das machen kann
und der das dann auch wirklich aus diesem Material macht und nicht nur sagt, daß er es gemacht hat, dann kostet das trotz der Materialabgabe mehr als wenn der Ring komplett in gleicher Optik gekauft wird
denn der Wert des Goldanteils in solch Ring ist weniger als der Mehraufwand, den die Verwendung von genau dem abgegebenen Gold und dessen Umwandlung zu weißgold macht

ich würde hier die Säuren besorgen und Quartscheidung machen, einen Stab aus dem frischen Weißgold gießen und den dann zu Ringschiene und Krappen "schmieden" und löten

andere Kollegen würden vielleicht gießen wollen, weil so ein Ring am PC nicht so kompliziert zu erstellen ist (für jemanden, der die Fähigkeiten dazu erlernt hat) und die teure Druck-und Gießtechnik ausgenutzt werden soll.
vielleicht könnten die das originale Material einfach mittels Zugabe von Palladium oder Palladium und Feingold auf die erforderliche Menge erhöhen und hoffen, daß das Ergebnis sich zumindest ein wenig verformen läßt zum Fassen der Brillanten

wird man dann sehn, wenn es so weit ist
der Ring mit Diamanten könnte dann so grob -,7..-,8ct haben insgesamt und mal so ganz ganz grob geschätzt um die 3.000 kosten


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