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BeitragVerfasst: 12.12.2013, 14:15 
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Hallo liebe Experten,

ich habe zwar nicht allzuviel Hoffnung auf Hilfe, aber ich will es dennoch versuchen. Ich habe von meiner Grossmutter einen kleinen (ca 1cm Durchmesser) goldenen Herzanhänger, ich vermute er ist etwa 100 Jahre alt. Dürfte 585 Gold sein, ich kann es nachsehen. Leider ist der Anhänger in die Hände (und Zähne) meiner Tochter gefallen, die ihn kurzerhand mal "plattgemacht" hat, da es leider ein hohles Schmuckstück ist. War es das nun? Kann man da nichts mehr machen, vielleicht von hinten einen Teil herausnehmen, und das Herzchen wieder "ausstopfen" und wieder alles zusammenlöten? Es geht mir eben um den sentimentalen Wert, ich weiss dass man ein Replika anfertigen lassen könnte, aber ich möchte doch das Original so behalten...

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand dazu eine Meinung hätte, ich habe bisher bei 3 Goldschmieden (ich lebe in England) nachgefragt, aber alle meinten, da könnte man nichts machen, wobei 2 davon offenbar sowieso keine eigene Werkstatt hatten (was ich vorher nicht wusste). Der 3. Goldschmied meinte es wäre zu gefährlich zu versuchen das Herzchen wieder auszustülpen, da das Gold eben sehr dünn wäre und in vielen Fällen das Metall diesen Stress nicht aushielte. Es wäre dann auch eine Kostenfrage, da sich die Reparatur in jedem Falle, auch bei erfolglosem Versuch um und bei £200 (€250) Minimum bewegte. Die Kosten sind nicht mal das Problem, ich denke ich könnte da schon mit leben, aber eben nur, wenn ich auch wüsste, dass es am Ende wieder so aussieht wie vorher. Es ist nicht komplett "platt", sondern etwas eingedrückt, die Form ist noch voll erhalten, nur das Profil eben nicht. Das Herzchen ist mit einem Gravurmuster verziert und hatte mal 3 klitzekleine Steinchen eingelassen, 2 davon sind verloren gegangen, einer ist noch da, ob es echte Steine sind weiss ich allerdings nicht.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Caithlinn


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Verfasst: 12.12.2013, 14:15 


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BeitragVerfasst: 12.12.2013, 17:01 
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Platinfeilung
Platinfeilung
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Registriert: 17.04.2008, 14:58
Beiträge: 371
Hallo!

Ich denke, dass ein paar Bilder für eine bessere Beurteilung des Schadens hilfreich wären.
Machbar ist vieles, aber eben auch eine Frage der Kosten.

_________________
__________________________
Gruß,
Kai Schula


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BeitragVerfasst: 12.12.2013, 17:17 
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Silberdublone
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Registriert: 02.05.2010, 12:10
Beiträge: 83
Wohnort: Düsseldorf
Ohne das Teil gesehen zu haben würde ich die Reparatur ablehnen. Mit so etwas handelt man ich als Goldschmied nur Ärger ein. Die Einschätzung der Kollegen in England ist schon richtig. Meiner Erfahrung nach bekommt man das nie so wieder hin, dass der Kunde zufrieden ist.

Gruß
Frank

_________________
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BeitragVerfasst: 12.12.2013, 17:28 
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Ich versuche es mal... wenn ich mir sicher sein kann, dass es reparabel is, dann ist der Preis nebensächlich...

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Danke!

Caithlinn


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BeitragVerfasst: 12.12.2013, 17:31 
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Hallo Frank,

in diesem Falle wäre ich mit "besser als vorher" schon sehr zufrieden. Im Moment ist es eben halt offensichtlich "kaputt"... es war für mich (als Laie natürlich) eben etwas verwunderlich, dass man da überhaupt nichts machen können soll....

Caithlinn


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BeitragVerfasst: 12.12.2013, 17:48 
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Silberstaub
Silberstaub
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Registriert: 14.10.2011, 11:53
Beiträge: 44
Erst mal mein "Beileid", aber ich schließe mich Frank an, ich würde es auch nicht machen. Ohne ihm nun vorgreifen zu wollen: Der Grund ist einfach, das Herz wurde höchstwahrscheinlich industriell in einer "Form" geformt, ob nun im Ganzen oder aus zwei zusammengesetzten Teilen ist in dem Falle gleich (vermute mal 2 Form-Teile zusammengelötet, da ein Loch vorhanden ist). Kaum ein Goldschmied hat solche Formen und dann noch in der gleichen Größe. Das Herz müßte aufgetrennt werden, um von den Innenseiten die Beulen rauszuklopfen. Da das Blech so dünn ist, wird es danach trotzdem beulig aussehen, da nicht genug Material da ist, um es glatt zu schmirgeln. Außerdem würden die Steinfassungen und Gravur darunter leiden. Und die passgenauigkeit nach dem Ausbeulen ist auch ein Problem um es dann wieder zusammenlöten zu können. Selbst, wenn man ein stärkeres Blech zwischen beide Hälften miteinlötet, ist das Problem, das dünne Material vom Rest.
Wie Frank schon sagt, Ärger/Aufwand und Kosten stehen in keinem Verhältnis zum erwartbaren unschönen Ergebnis. Leider


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BeitragVerfasst: 13.12.2013, 08:17 
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Goldschmiedemeister
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Registriert: 05.12.2005, 21:39
Beiträge: 2547
Wohnort: München
Wie sieht denn die Rückseite aus?

Wenn die in Ordnung ist dann könnte man einen Plastikabdruck (der rote Kunststoff aus dem Dentalbereich ist empfehlenswert) der Rückseite giessen und die Form umdrehen und dann das Herz wieder ausstülpen.

Ansonsten kann man mit feinen Punzen und einem Polierstahl die Beulen im Bleibett ausdrücken. Das ist heute bei Goldschmieden selten gefragt aber für Silberschmiede ist so eine Arbeit, wenn auch an größeren Objekten, tägliches Brot.

Ich denke das mit etwas Zeit für die Suche sich bestimmt jemand finden lässt der das ordentlich macht. Notfalls wüsste ich einen Silberschmied in München, dem ich den Auftrag geben könnte.

_________________
von: Heinrich Butschal
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BeitragVerfasst: 13.12.2013, 08:59 
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Registriert: 12.10.2006, 12:00
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ich nehme zu 99,9% an, daß die Rückseite spiegelbildlich verbeult ist (Beißschaden?)
ich stimme den anderen zu, daß spätestens das Verbinden der beiden nicht wie original auf den hundertstel paßgenauen Teile ein Problem wird, auch mit zwischengelegtem Goldblech
mein Ansatz wäre daher folgender:
die entbeulte Vordere Hälfte auf ein dickeres Goldblech löten, welches dann zur leicht plastischen Rückseite gefeilt wird und wo eine Öse mit ausgesägt werden kann
bei der Version muß vom dünnen Blech der Vorderseite nichts egalisiert/weggeschliffen werden

und selbst wenn das schiefgeht, was ich nicht glaube, müssen bis dahin keine 250,- Euro "verbraucht" sein
wie breit ist das Herz eigentlich?
der Ersatz der Steinchen ist mir noch nicht klar
ich würde sagen, das Herz sollte durch die Steinlöcher mit Epoxidharz gefüllt werden, was die Sache stabilisiert, und dann kann man noch Steinchen reinbasteln


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BeitragVerfasst: 13.12.2013, 11:50 
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Herzlichen Dank an alle Antworten.

Ich sehe es gibt doch mehr Möglichkeit und ich werde mich da nochmal etwas mehr mit befassen. Im Zweifelsfalle würde ich gerne auf den Kontakt in München zurückkommen, wenn ich darf, aber ich werde nochmal hier in "good old England" versuchen jemanden zu finden, der sich mit den diversen Möglichkeiten befassen kann. Vor allem der Hinweis, dass ein Silberschmied da vielleicht mehr zu sagen kann, hat mir Hoffnung gegeben, ich werde mich mal auf die Socken machen und einen finden.

Ganz herzlichen Dank nochmal, ich habe wieder etwas mehr Hoffnung.

Frohe Weihnachten wünsche ich allen und ein gutes Neues Jahr!

Caithlinn


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BeitragVerfasst: 13.12.2013, 12:09 
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Registriert: 12.10.2006, 12:00
Beiträge: 2587
Wohnort: Raum Leipzig
Silberschmiede arbeiten normalerweise mit viel größeren und dickeren Objekten als Goldschmiede (Kannen, Becher usw vs. feiner Schmuck)
daß Heinrich einen Silberschmied kennt, dem er (trotzdem!) diese Arbeit zutraut, heißt aber keinesfalls, daß alle Silberschmiede größere Kompetenz dafür haben
genau das sehe ich grade nicht aus o.g. Arbeitsprofil


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