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BeitragVerfasst: 22.02.2009, 16:37 
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Silberfeilung
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Hallo liebe CADler,

ich suche eine Lösung für folgende Aufgabe:
eine rechteckige Fläche (56x8x2mm rohe Grundmasse), die in einer bestimmten Form geschnitten ist soll zu einem Ring geformt werden, ohne dass die Flächenform verändert oder verzerrt wird. Geht das nur über die Befehle Transformieren/Biegen? Oder gibt es andere Möglichkeiten?
Über die Biegefunktion kriege ich bisher nur recht unpräzise Ergebnisse.

Gruss grokla

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Verfasst: 22.02.2009, 16:37 


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BeitragVerfasst: 27.02.2009, 12:00 
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Silberfeilung
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um das Ding ein wenig anschaulicher zu machen versuche ich mal, ein Bild reinzustellen. Ist hier in Sachen Rhino tatsächlich so wenig los?

Bild


Die dargestellte Grundfläche möchte ich in Rhino zum Ring zusammenbiegen. Auf große Biegedistanzen scheint die Biegefunktion keine genauen Ergebnisse zu ermöglichen. Bin bisher nur auf eine Behelfslösung gekommen:

Bild

Habe hier zunächst den kompletten Ring über Volumenkörper/Ring erzeugt und dann ein Segment (12mm) entfernt (Bearbeiten/Trimmen). An die Öffnungsschnittstelle habe ich dann einen Quader (2x2x11mm) gefügt und anschliessend gebogen. Das geht über eine so kurze Distanz ziemlich präzise zu machen.

Das Endergebnis sieht dann so aus:

Bild


Dennoch bleibt mir die Frage: gibt es da evt. einen kürzeren und besseren Konstruktionsweg?
Bzw. gibt es hier im Forum Leute, die an einem sporadischen Erfahrungsaustausch in Sachen Rhino interessiert sind?

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BeitragVerfasst: 03.03.2009, 19:46 
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Goldfeilung
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Hallo Grokla,

deine Vorgehensweise ist die richtige.
Ich bin zwar ein VX User und nicht 100% eingearbeitet in Rhino, aber die Vorgehensweise
ist in etwa gleich.

Mit Biegen kommst du nicht weit. Es ist zu unpräziese.

Zuerst mußt du Bereiche in deiner Grundextrusion aussparen, um danach deine einzelnen Stege einzufügen.

Ich habe dir einige Fotos der Vorgehensweise eingefügt.
Bauzeit unter 10 Minuten.



Grundskizze.


Extrusion der Skizze.


Skizze des mittleren Steges.


Extrusion des mittleren Steges


Skizze des seitlichen Steges.


Extrusion des seitlichen Steges.


Spiegeln des seitlichen Extrusionskörpers.

Danach die einzelnen Elemente boolen.
Leichter gehts leider nicht.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.
Ansonsten frag noch mal nach, wir haben auch potente Rhino User.

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Gruß
Martin

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BeitragVerfasst: 05.03.2009, 23:20 
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Silberfeilung
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Hallo Martin,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Das ist mir schon hilfreich, wenn ich sehe, dass ein 3D-Profi auch auf dieselbe Lösung kommt. Du bist inzwischen mehr auf VX spezialisiert? Ich meine, ich hätte dich mal vor einiger Zeit im Zusammenhang mit Rhino mitgekriegt.
Wo siehst du die Vorteile bei VX?
Zumindest scheint VX das JPEG-Format zu unterstützen. Meine Rhinodateien muss ich immer erst mal abfotografieren, um sie ins Internet zu stellen. (Rhino Gold kann dann aber schliesslich auch JPEG).
Die Rhino-Hilfe ist teilweise echt anstrengend, weil schwer nachzuvollziehen. Wenn man sich dann durchgeackert hat, ist das Ding dann wirklich brauchbar. Aber der Aufwand ist hoch. Wiesind die Tutorials bei VX? Gibts da Anleitungen in deutscher Sprache?

Inzwischen habe ich für mein Darstellungsproblem noch eine andere Lösung gefunden:
über den Befehl Transformieren/Einer Kurve entlang gleiten lässt sich das Ding scheinbar auch lösen. Voraussetzung war allerdings, dass ich die "unregelmässige" Grundform auf ein einfaches Rechteck gebannt habe (vorher gings nicht).

Bild


Unter der auf dem Rechteck aufgebrachten Grundform sieht man eine einfache gerade Linie in der Länge dieser Grundform. Diese erstellt man nach den Anweisungen der Taskleiste. Darüber erkennt man eine einfache Kreisform, die quasi die Formvorgabe für den Transformierungsprozess ist.
Nach den Anweisungen der Taskleiste klickt man zunächst die unterste Linie nahe einem Ende an und anschliessend die Kreisform und kommt dann zum untenstehenden Ergebnis


Bild


Das Hilfsrechteck muss dann strenggenommen halt noch irgendwie entfernt werden. Aber eigentlich finde ich die Lösung mit dem Rechteck so optisch auch ganz interessant. Muss natürlich geschlossener sein ...


(ich schreib das so ausführlich, weil das in diesem Forum ja auch noch einen gewissen Wert für die Forenteilnehmer haben soll ... )



Gruss grokla

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BeitragVerfasst: 06.03.2009, 20:48 
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Goldfeilung
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Beiträge: 126
Hallo Grokla,

unter VX hab ich meines Wissens auch nicht die Möglichkeit JPEG`s zu generieren.
Die Bilder sind ganz einfach entstanden:

Drücke die STRG + Druck Tasten.

Das Bild des Desktops bzw. deiner aktiven Anwendung ist dann im Windows Zwischenspeicher
gespeichert.

Öffne dann ein beliebiges Bildbearbeitungsprogramm.
Danach den Befehl " neue Datei" ausführen.
Du bekommst jetzt ein leeres Fenster für die Bearbeitung.
Mit dem Befehl STRG+V wird dein zwischengespeichertes Bild
eingefügt.
Das eingefügte Bild kannst du dann als JPEG abspeichern.

Zu deinen VX Fragen komme ich die Tage. Ansonsten bist du herzlich bei uns eingeladen,
um dich zu informieren.

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Gruß
Martin

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BeitragVerfasst: 07.03.2009, 16:46 
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Silberfeilung
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Hallo Martin,

ich glaube, das ist ein sehr, sehr brauchbarer und zeitsparender Tip für mich (wenn er funktioniert) ... Danke dir!
Wenn ich die ersten brauchbaren 2-3 Dateien habe, werde ich gerne mal vorbeikommen.
(... der Tip funktioniert bestens! Danke!)

Gruss grokla

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BeitragVerfasst: 09.03.2009, 19:34 
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Goldfeilung
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Hallo Grokla,

freut mich, wenn ich weiterhelfen konnte.

Aber nochmal zu deiner Methode einen Blechstreifen zu biegen:

Es ist erst einmal super, das du die Möglichkeiten des Biegen so weit
erkannt hast.
Man muss "eigentlich" nur eine Linie mit der Länge des Blechstreifens
generieren.
Danach wird eine offene Kreislinie (Öffnung von einem 0,01 mm reicht)
mit exakt derselben Länge konstruiert.

Unter VX muss ich nur noch eingeben:
Morphe Objekt von Kurve (gerade Linie) zu Kurve (Kreisförmige Kurve).
Schon hab ich meinen gebogenen Ring.
Deine Grundplatte brauche ich dabei nicht.

Mit Rhino funktioniert das ganze etwa gleich. Frag mich nicht nach den Befehlszeichen.

Diese Funktionen in VX oder Rhino funktionieren aber nur, wenn sich die Kurven
im gebogenen Zustand nicht überschneiden.
Ansonsten bekommst du folgendes heraus:


Der letzte Rest der Schiene bleibt gerade.

Den geraden Rest kann man zwar auch noch morphen bzw. biegen, aber die Zeit,
die man gesamt investiert ist zu hoch gegenüber der Konstruktionsvariante, die ich anfänglich beschrieben habe.

Das Morphen ist einer der unschlagbaren Funtionen von VX. Damit kann ich Weitenänderungen
an Ringen vornehmen, die kein anderes Programm kann. 3Design, Matrix, Rhino usw. eingeschlossen.

D.h. ich brauche oftmals nur eine mittlere Ringweite zu konstruieren, die restlichen Weiten kann
ich über Morphen generieren..

Ich habe die Möglichkeit, jede Körperkante "einzufrieren".
Das heißt, während des Biegens bleibt diese Kante unverändert.
Z.b Fassungen bleiben während der Weitenänderung gleich.

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Gruß
Martin

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BeitragVerfasst: 11.03.2009, 17:06 
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Goldfeilung
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Beiträge: 126
Hallo Grokla,

das ganze hat mir keine Ruhe mehr gelassen, dass ich nicht mit einem
Biege bzw. Morphenbefehl die Abwicklung biegen kann.

Jetzt habe ich die Lösung:

Das Problem war:
Wir haben die Grundplatte von einer geraden Kurve, die exakt die gleiche
Länge wie der Grundkörper hat, zu einer 1 Dimensionalen offenen Kreiskurve
gebogen. Die Konstruktionslaschen können sich dabei nicht rund biegen lassen,
bzw. überschneiden, da das Ende der Platte durch das Ende des Kreisbogens definiert wird.

Abhilfe bringt:
Statt einem Kreisbogen erstellt man eine 3D Spirale, deren Ende sich überschneiden.
Der Abstand der Spiralreifen untereinander muß nur 0,01 mm betragen.
Die Überschneidungsenden der Spirale haben dabei die Länge der Laschen.

Danach Morphen von der geraden Kurve zu der Spiralkurve, und du erhälst dieses
Ergebniss:
Bild

Trotzalledem ist die im ersten Beitrag beschriebene Vorgehensweise die einfachere
und schnellere.

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Gruß
Martin

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BeitragVerfasst: 11.03.2009, 22:03 
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Silberfeilung
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Hallo Martin,

... mich hat inzwischen eine Grippe dahingerafft. Deshalb melde ich mich erst heute.
Die Lösung mit der sich überlappenden Spiralenform für die "Zielkurve" ist natürlich klasse! Aber ich bin mit Rhino im Moment noch nicht so weit, dass ich das handeln könnte ... ich behalte es mal im Hinterkopf.
Meine letzte Lösungsvariante war, in "einer Kurve entlanggleiten" den mittleren Zapfen nachträglich als eine entsprechend skalierte Kopie eines seitlichen Zapfens einzufügen (Volumenkörper/Vereinigung). Aber wahrscheinlich hast du Recht. Die erste Lösung ist einfach und brauchbar.

Was mich noch interessieren würde: gibt es für VX gute Tutorials oder Trainingshandbücher in deutsch? Ich finde, bei Rhino muss man zum Teil ganz schön ackern, weil die Übersetzung ins deutsche harpert oder weil die Begriffe in der Hilfe zu vage bleiben, zu wenig nachvollziehbar definiert werden. Ist ein unnötiges handicap für ein an sich gutes Programm.


Aber es ist auch sehr zeitaufwendig und Konzentrationsarbeit, präzise und allgemein verständlich zu formulieren in dieser Sache. Zumal mit einer Grippe im Kopf...
Jedenfalls vielen Dank für die Lösungsvorschläge und deine unglaubliche Ausdauer!


Gruss grokla


Ps: Es gibt noch den Befehl "Transformieren/Einer Fläche entlang gleiten". Aber davon vielleicht später...

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BeitragVerfasst: 12.03.2009, 19:15 
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Goldfeilung
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Hallo Grokla,

VX bietet 2 bzw. 3 Handbücher an.
Jedes Handbuch entspricht den Schritten der jeweiligen Schulung:
Basic, Flächen und Advanced.

Alles in Deutsch und sehr gut verständlich.
Wie in Rhino, eher technisch, und nicht Schmuckspezifisch.
Wir werden Schmuckhandbücher erstellen, das dauert aber seine Zeit.

Generell gilt bei allen CAD Programmen: Ohne eine Grundschulung bringt auch ein
Handbuch nichts.

Rhino bietet gegenüber VX zwar ein umfassendes Handbuch an, aber in der Praxis sieht es doch so aus:
Die Möglichkeiten eines Befehles sind zwar erklärt, aber ich weiß nicht wie ich diese
Möglichkeiten bei meiner aktuellen Konstruktion umsetzen kann.

D.h. ich muß mich auf meinen Erfindergeist berufen und ausprobieren, oder die Hotline
quälen.

VX bietet ab sofort, unter folgender Adresse eine abgespeckte Testversion
von VX, den Innovator, zum download an.

http://www.vx.com/de/index.cfm

Das geniale ist, man kann Show-n-tell Dateien downloaden.
Anhand dieser Dateien wird man leicht durch die Konstruktion geführt bzw.
baut diese Anleitungen nach. Einfach mal ausprobieren.

Den Innovator kann man dann für kleines Geld über uns als Vollversion beziehen.

_________________
Gruß
Martin

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