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 Betreff des Beitrags: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 19:44 
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Hallo liebe Foren-Gemeinschaft!

Ich habe mir ein Zieheisen und Ziehwachs gekauft. Das Ziehwachs sieht aus und riecht wie normales Bienenwachs. Es ist total hart und spröde. Um es als Schmiermittel zwischen Silber und Zieheisen zu benutzen ist es gänzlich ungeeignet. Ich kann es zwar erwärmen, aber dann bröselt es nach kurzer Zeit auch schon wieder weg. Ich muss dazu sagen, dass es bei meinem Arbeitsplatz nur etwa 12°C warm ist.
Ich habe es zwar auch ohne Ziehwachs geschafft, die 3 mm Silberstäbchen 925er, die ich gegossen habe, durch alle 31 Löcher des Eisens auf 0,5 mm zu ziehen... Das war aber schon ziemlich anstrengend! Außerdem habe ich Bedenken, dass ich ohne Schmiermittel mein Zieheisen kaputt mache, zumindest langfristig.
Andererseits weiß ich nicht, ob es in Hinblick auf die weitere Verarbeitung des Drahtes, möglich ist, das Ziehwachs z.B. durch Schmierfett, Vaseline oder ähnliches zu ersetzen. Wird ja schon seinen Grund haben, warum Ziehwachs angeboten wird, oder?
Vielleicht kann jemand Rat geben.

Viele Grüße


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 30.12.2016, 19:44 


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 20:27 
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ich nutze schon immer ne bienenwachskerze
habs aber kuschelige 21Grad warm oder so
bröselig würde ich das Wachs nicht nennen
notfalls mußt du den draht etwas erwärmen
beim Ziehen wird er eh warm, sodaß hauptsächlich fürs erste loch oder nach Pausen der Draht extern erwärmet werden muß

selbst einfaches Kerzenwachs, was vielleicht weniger bröselig ist, ist besser als gar nichts


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 21:21 
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Es geht alles Hauptsache es flutscht.

Am besten ist Ulis Wunderöl aus USA, das zum Aludrehen, Name ist mir grad entfallen. (ich weiß aber, wo eine gut bewachte Flasche in N. rumsteht)

Im Ernst, Bienenwachs ist mir zu bappich, ich nehm alte Adventskranzkerzen. Für schlimme Würgungen nehm ich normales Nähmaschinenöl, Ulis Wunderöl ist leider alle.

Spätestens wenn du den Draht auf die doppelte Länge gezogen hast musst du ausglühen.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 21:49 
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das Amischneidöl ( https://www.google.de/search?q=TAP+Magi ... +aluminium )wäre etwas overdressed bei gold und Silber (bei Palladium, was echt übel zu ziehen ist, natürlich ausprobierenswert)
im gegenteil: da das so schnell rückstandslos verdunstet, präferiere ich Wachs, was eine dauerhafte Anhaftung auch am Zieheisen hat und dadurch ermöglicht, nicht bei jedem Ziehen wachsen zu müssen


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 22:03 
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OK, das ist ja schon mal gut, dass man hinsichtlich des Schmiermittels die freie Wahl hat. Aber das Schmiermittel muss ja auch wieder runter. Das Metall muss z.B. zum löten ja sauber sein. Ich muss also das passende Löse-/Reinigungsmittel für mein Schmiermittel kennen...
@El Kratzbürscht: Ich habe gelesen, dass man 925er Silber schon nach ca. 70% Umformung glühen sollte (zur Rekristallisation). Das entspricht doch einer Verlängerung um 70%? Oder ist diese Angabe im Falle eines Drahtes anders zu verstehen als beim Walzen eines Bleches?
Als mein Silberstäbchen noch zwischen 3 und 1,5 mm dick war, musste ich es sogar deutlich öfter weichglühen, weil ich es sonst gar nicht durch die Löcher des Zieheisens bekommen hätte ohne Schmiermittel. Zu häufiges Glühen soll aber das Gefüge des Metalls nachteilig beeinflussen, wenn ich`s richtig verstanden habe (zunehmende Korngröße).
Tatsächlich habe ich auf der Oberfläche meines Drahtes kleine Fehler entdeckt, die ich am ehesten noch als Federn bezeichnen würde. In meinem Buch wurden die an anderer Stelle glaube ich als "Schieferung" angesprochen. Im Verlauf des weiteren Ziehens sind diese Fehler dann auch wieder verschwunden. Der 0,5 mm Draht scheint auch einen ganz gute Qualität zu haben, er ist zumindest beim Ziehen kein einziges Mal abgerissen. Aber falls ich mal dickeren Draht (1 bis 2 mm) brauche und nicht durch alle Löcher des Zieheisens gehe soll der Draht natürlich auch eine makellose Oberfläche haben...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 22:16 
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verdoppelung länge ist schon ok
insbesondere beim weichen Silber
3mm ohne Schmiermittel zu ziehen, ist schon nicht ohne (käme mir nicht in den Sinn)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 23:41 
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Beim Ziehen und Walzen kommt es nicht nur auf die Legierung und die Korngröße an sondern auch auf das Tempo und die Pausen zwischen den Ziehvorgängen. Je schneller gearbeitet wird um so weiter kann man ziehen.

Zum Beispiel darf man beim Blattgoldschlagen auch keine Pausen machen deshalb mussten sich die Blattgoldschläger in Schichten abwechseln. Wenn das Gold ruhte blieb es stehen und wurde nicht mehr dünner.

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von: Heinrich Butschal
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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 02.01.2017, 20:29 
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Wohnort: Krefeld
im gegenteil:
Zitat:
da das so schnell rückstandslos verdunstet, präferiere ich Wachs, was eine dauerhafte Anhaftung auch am Zieheisen hat und dadurch ermöglicht, nicht bei jedem Ziehen wachsen zu müssen


...und dann haste verkleisterte Zieheisen. Ich hab einen öligen Lappen in einer Blechdose und gaaanz saubere Zieheisen :-)

@ die Kratzige: Mit plattgewalzten und gezogenen Graten aus der Drahtwalze am zu ziehenden Draht, bekommst Du die schönsten Schieferungen. Probier es mal aus. Macht Freude ;-)

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Gruß, Ulrich

Goldschmiede, Goldschmiedemeister seit 1967
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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 03.01.2017, 03:42 
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:gruebel: grübel,grübel, was meint er nur?

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 Betreff des Beitrags: Re: Ziehwachs
BeitragVerfasst: 03.01.2017, 09:13 
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Goldschatz
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Registriert: 06.07.2016, 19:44
Beiträge: 319
Da wir gerade beim Ziehen sind:
Wie macht ihr denn das Anfangsstück dünner? Ich feile das zur Zeit immer, aber ggf gibts ja eine bessere Methode.


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