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 Betreff des Beitrags: Hydrozongerät Elektrolyt tauschen?
BeitragVerfasst: 28.01.2010, 21:02 
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Guten Abend,

ich habe gestern von meinem ehem. Arbeitgeber ein Hydrozongerät gekauft.
Das Gerät ist ca. 10 Jahre alt (Aquarius 200)

Muss man da mal die Elekrolytflüssigkeit tauschen?? Weiß jemand von Euch wie lange die Flüssigkeit drin bleiben kann? Ich habe nun Flußmittel nachbestellt und auch dest. Wasser nachgefüllt, da beide Schwimmer unten hingen (also anscheinend Flüssigkeit eingetrocknet)
Das Gerät wurde 10 Jahre nie benutzt und stand nur rum.(Uhrmacherwerkstatt)


Auch wenn hier der ein oder andere grinst; ich hatte noch nie ein Hydrozongerät und wir löten immer noch altmodisch mit Propan/Sauerstoff.....eine Beschreibung habe ich leider keine; auch steht in keinem Katalog etwas über Haltbarkeit des Elektrolyts.

Ansonsten habe ich noch ein defektes Hydrozongerät mitgekauft (glaube es ist ein 180-er älteres Modell) Falls jemand Interesse hat, Bilder kann ich mailen. Was defekt ist, weiß ich nicht, aber es wurde von mir als defekt gekauft. Dies würde ich gerne abgeben, denn 1 reicht mir :o)
Vielleicht ist ja ein Bastler unter Euch, der es gerne hätte?

Vielen Dank für die Antworten !

J. Dillschneider

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 28.01.2010, 21:02 


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BeitragVerfasst: 29.01.2010, 21:27 
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Hallo,

da ich meinen Beitrag nicht geändert bekomme (warum auch immer- der Link ist weg)noch eine Ergänzung.
Die Elektolytflüssigkeit ist neu gewesen, d.h sie wurde eingefüllt und seither stand das Gerät unbenutzt herum. Deshalb die Frage der Haltbarkeit. Ist auf den neu gekauften Flaschen der Hersteller ein Verfallsdatum oder macht das Alter nichts aus?

Danke
jedill


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BeitragVerfasst: 29.01.2010, 21:42 
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Hallo jedill,

das geheimnisvolle Salz, welches mit Wasser zusammen die Elektrolytflüssigkeit bildet, ist nichts anderes alt Ätznatron. Zu beziehen für kleines Geld in jeder Chemikalienhandlung. Natriumhydroxid, wie man es auch nennt, unterliegt keinen speziellen Verfallsbedingungen. Bei fleißigem Gebrauch sollte man es jedoch alle paar Jahre tauschen. Sagen jedenfalls die Verkäufer.

Die Gasentwicklung funktioniert zwar auch mit anderen Salzen, jedoch hat sich Ätznatron hierfür durchgesetzt, zumal die Stahlelekroden davon fast nicht angegriffen werden.

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Gruß, Ulrich

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BeitragVerfasst: 29.01.2010, 21:49 
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ich finde propan mit sauerstoff gar nicht so schlecht: man kann sehr einfach während des lötens die flamme von weich nach scharf umstellen: zuerst weiche flamme zum antrocknen des flußmittels, dann scharfe flamme zum löten
die anlage dafür ist halt sperriger wegen der flaschen und tendenziell unsicherer bei defekten und alle paar monate muß man nach draußen zum flaschenfüllen ;-)


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BeitragVerfasst: 29.01.2010, 22:16 
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Hallo Tilo,

ja, da hast Du Recht. Ich löte auch gerne mit meinen Propan/Sauerstoffgeräten; allerdings habe ich mir gedacht, das dieses Hydrozongerät bestens für Platin ist.
Ich habe es nebendran aufgebaut, aber meine normalen Lötgeräte werde ich garantiert weiter hauptsächlich genutzen, da die Flamme aus dem Hydrozongerät doch sehr fein ist. Zum Löten kleinerer Teile sicher sehr gut.

Hallo Herr Wehpke,

danke für den kleinen Chemiekurs. Aber die verlangen tatsächlich 69 € für ein Flasche Elektrolyt (nur 1 l). Da fragt man sich schon, ob das was besonders ist?? (Original Elektrolyt Aquarius 200)
Ich habe das Gerät nun nachgefüllt und gereinigt . Die Flüssigkeiten machen einen "sauberen Eindruck" und die Flamme brennt konstant gleichmäßig.

Vielen Dank für die Antworten

jedill

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BeitragVerfasst: 29.01.2010, 23:34 
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Hallo jedill,

dann würde ich das auf jeden Fall so lassen. Und falls doch mal was gewechselt werden muss, ist ja auch alles klar.

@ Tilo: Ich hab von diesen Hydrozondingern schon zwei in der Tonne versenkt. Das Erste ist mir um die Ohren geflogen, danach hab ich dann bei der Reparatur gesehen, was das für ein Mist ist. Ohne richtige Sicherheitvorkehrungen, Gase sind nicht in der Zusammensetzung regelbar usw. Wenn man das Handstück versehentlich etwas aufschraubt, was immer bei der Arbeit passieren kann, kommt es unweigerlich zum Rückschlag bis in den Gasentwickler. Dann werden jedes mal ein neuer Druckwächter, ein Luftbefeuchter, ein Manometer, Schalter, Schläuche usw. fällig. Eigentlich die ganze Technik bis auf den Reaktor und den Trafo.

Da ich seit 1965 ein amerikanisches Mikro-Schweißgerät aus der Raumfahrttechnik verwende (Heute als Micro Torch im Handel), hab ich die Teufelskiste damals gleich in der Tonne deponiert. So wie sie war. Im Rahmen einer Werkstattübernahme bin ich noch mal an so ein Ding geraten, das ging dann prompt den gleichen Weg.

Ich verwende Mikrobrenner mit Sauerstoff und Propangas. Die kann ich in der Zusammensetzung und im Druck regeln, verschiedene Düsen, incl. Brausekopf hab ich auch. Außerdem hatte ich jehrelang eine Atzeflasche zum Umschalten dabei und hab auch mit Wasserstoff gekokelt. Bin aber immer wieder bei Propan hängen geblieben. Damit kann man sogar Platin schmelzen und von den ganzen Märchen wegen Kohlenstoff im Pt und so, hab ich noch nie was bemerkt. Mein Platin ist weiß, polierfähig und hat keine Blasen. Selbst dann nicht, wenn man es auf einer Lötkohle schmilzt. Ich glaube, dass es bei uns im Handwerk eine ganze Menge Müll gibt, den einer vom Anderen abschreibt, oder nachquatscht. Kontrolliert hat diese Weisheiten niemand, und so zieren diese Inhalte mitunter selbst ernst zu nehmende Fachbücher.

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BeitragVerfasst: 30.01.2010, 06:22 
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Ulrich Wehpke hat geschrieben:
... Ich glaube, dass es bei uns im Handwerk eine ganze Menge Müll gibt, den einer vom Anderen abschreibt, oder nachquatscht. Kontrolliert hat diese Weisheiten niemand, und so zieren diese Inhalte mitunter selbst ernst zu nehmende Fachbücher.


Das habe ich zu Anfang meiner FuE in Gusstechnik ebenfalls von einem Seniorenberater gehört. Er hatte mir dringend geraten nichts ungeprüft zu übernehmen, als junger Mann hatte dieser Berater als Physiker in der Forschung in der Gruppe von Otto Hahn gearbeitet und erzählte mir das seiner Meinung nach 1/3 der Aussagen in Fachbüchern falsch sei.
Das mag vielleicht übertrieben sein über alles gerechnet, aber in seinem Fachgebiet wird es wohl zutreffend gewesen sein.

Bei Goldschmieden halten sich aber auch unvollständiges und teils falsches Wissen hartnäckig, wie nur zum Beispiel das allein die Sauerstoffaufnahme flüssiger Gold- und besonders Silberlegierungen das wesentliche Problem für Gasporen sind.

Ich hatte in den 80ern einen Versuchsaufbau gemacht, der gezeigt hat, das bei ungünstiger Flammeneisntellung, die Aufnahme von nascierendem Wasserstoff dominiert und äusserst schnell zu gasgesättigten Schmelzen führt.

Und dann natürlich zu gasporösen Güssen.

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BeitragVerfasst: 30.01.2010, 16:28 
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Hallo Heinrich,

natürlich ist es in allererster Linie der Wasserstoff, denn Sauerstoff reagiert sehr schnell mit den unedlen Zusätzen. Bei Kupfer entsteht so aus zunächst gebildetem schwarzen Kupferoxid, durch Reduktion mit den Fluss- bzw. Schmelzmitteln, aber auch durch die Schmelzflamme, oder den Kohletiegel usw. verursacht, das rote Kupferoxidul. Und das verursacht keine Blasen, sondern andere, handfeste Materialfehler.

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BeitragVerfasst: 30.01.2010, 18:33 
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Da hättest Du mal vor 20 Jahren die Fachleute bei der Aussage aufstöhnen hören sollen. Da galt lediglich Sauerstoff als Übeltäter. Alles wurde immer wieder (die Sauerstoffaufnahme von flüssigem Silber) von der einzigen und gleichen alten Diplomarbeit abgeschrieben.

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BeitragVerfasst: 30.01.2010, 23:36 
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Platinfeilung
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Beiträge: 371
Hallo Ulli!

Das alle Gasgeneratoren Mist sind, kann ich so nicht stehen lassen, auch da gibt es große Unterschiede. Insbesondere bei der Sicherheitstechnik aber auch in Bezug auf Wartungsfreundlichkeit gibt es teilweise erhebliche Unterschiede.
Unsere MIG-O-MAT Lötstars sind z.B. nach unserer Erfahrung sehr zuverlässig und sicher und vor allem einfach zu warten.
Und dass bei versehentlichem Öffnen des Handstückes unweigerlich ein Rückschlag bis in den Reaktor folgt, halte ich bei vernünftigen Geräten auch für etwas übertrieben.
Nach unserer Erfahrung entstehen Probleme mit Gasgeneratoren in 99% der Fälle durch Fehlbedienungen, sorglosen und schlampigen Umgang und mangelnde Warting durch den Beutzer.
Immer frei nach dem Motto: "Anmachen, Löten, Ausmachen" und das über Jahre.
Bloß nix pflegen, warten oder gar Reinigen! Dazu kommen Verunreinigungen des Elektrolytes, Über- oder Unterfüllung des Reaktors usw, usf.

Ein vernünftiges Gerät bietet bei einem Minimum an Wartung und Pflege einen langen, zuverlässigen und störungsfreien Betrieb.

Viele Grüße,
Kai

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Gruß,
Kai Schula


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